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Gärbox (irgendwann) "notwendig" ....

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Gärbox (irgendwann) "notwendig" ....

Beitragvon Heinerich » Do 3. Mai 2018, 16:24

... oder zumindest extrem wünschenswert?
Das frage ich mich, nachdem ich mitten in meinem Lese- und Informationsmarathon bin!

Also mal hypothetisch:
Da es die Sauerteigbrote (z.B.) schon seit Jahrtausenden gibt und die Conrads und Voelkers (etc.) noch in der Geschäftsplanung waren, braucht man keinen Gärschrank!
Da aber die Conrads und Voelkers und nicht nur die, die ganze Elektrik und Elektronik in die Welt gebracht haben, ist es hilfreich; vielleicht sogar extrem hilfreich.

Also schreibt es mir doch mal! Ist das etwas, worüber ich, im Sinne von Eigenbau natürlich (ich kann nicht von den Maschinchen lassen ...), nachdenken sollte?

Irgendwie gärt Bild in meinem Kopf bereits ein Konstruktionsprinzip ...
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Re: Gärbox (irgendwann) "notwendig" ....

Beitragvon Fussel » Do 3. Mai 2018, 17:12

- Für die Sauerteigansätze verwende ich die Mikrowelle: Körnerkissen drin aufheizen, dann Sauerteigansatz mit reinstellen, so daß das Glas das Körnerkissen nicht berührt, dann 12 Stunden stehen lassen. Alternativ kann man auch einen Krug mit kochendem Wasser reinstellen statt Körnerkissen. Hier ist die Mikro nur Isolierbox.
- Für größere Teigansätze nehme ich manchmal den Backofen. Dann nur ein ganz bißchen vorheizen auf Minimalstufe, dann Heizung aus und nur das Licht anlassen.
- Alternativ (wenn der Backofen schon zum Backen vorgeheizt werden muß, oder mehrere Bleche Teiglinge gären müssen) habe ich eine große Pappkiste. Die kommt im Winter vor die Heizung, eine gefaltete Wolldecke rein zur Fußbodenisolierung, dann das Blech rein und in zwei Ecken Krüge mit kochendem Wasser. Deckel zu, fertig. Wunderbar funktionierendes Low-Tech. Im Sommer brauche ich das aber nicht, da geht u.U. sowieso manches zu schnell.

Generell würde ich empfehlen, erst mal mit kleinem Equipment anzufangen, um zu beurteilen, ob man die Zusatzausrüstung überhaupt braucht und ob man lange und häufig genug bäckt, daß es sich wirklich rentiert.
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Re: Gärbox (irgendwann) "notwendig" ....

Beitragvon BrotRookie » Fr 4. Mai 2018, 08:47

Hallo Bernd,

Irgendwann? Vielleicht.
Notwendig? Nein.
Extrem wünschenswert? Nein.

Ich kann mich den Ausführungen von Fussel vollumfänglich anschließen. Kauf dir ein digitales Thermometer mit Fernfühler oder gleich eins mit Einstech-Sonde (Grilltemperaturtauglich). Schalte deinen Backofen auf Dauerlicht und miss die Temperatur über ein paar Stunden bei
- geschlossener Türe,
- Türe einen Spalt geöffnet (oben ggfls. Holzlöffel einklemmen)
- unterster Einschub
- mittlerer Einschub

Die Rezepte, denen ich bisher begegnet bin, brauchen fast durchweg Temperaturen von 4 bis 8 °C, 16 bis 17 °C, Raumtemperatur (20 - 22 °C?) oder 26 bis 28 °C. Alles Bereiche, die man fast durchweg mit einfachen und schon vorhandenen Möglichkeiten erreichen kann. Falls man einen Bereich nicht genau abgedeckt bekommt, gibt es Alternativen wie z.B. Verlängerung / Verkürzung der Gare, Plus / Minus an Anteil des Triebmittels.

Aber wenn es das Kind in dir ist oder die Technikbegeisterung, dann musst du das natürlich haben :gre

Gruß
Thomas

Edit: Der Ehrlichkeit halber: Ich habe mir auch so ein Teil gebaut. Probiert, funktioniert, steht im Weg :kdw
Ich backe, also bin ich.
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Re: Gärbox (irgendwann) "notwendig" ....

Beitragvon hansigü » Fr 4. Mai 2018, 09:28

Bin auch dafür, sich nicht gleich mit allem SchnickSchnack auszurüsten.
Aber die Gärbox, Styroporbox, Terrarieheizmattenmatte und elektr. Steuerung dazu, möchte ich nicht mehr missen, man braucht halt Platz dazu. Ich habe eine alte Truhe in der Stube stehen, da ist sie gut versteckt!
Aber gerade für LM und warm geführte Teige, eine sehr praktische Angelegenheit, denn wenn dann noch zwischenzeitlich was in den BO geschoben werden soll, steht man dann da. :lala
Wie schon gesagt, man braucht es nicht unbedingt, aber es erleichtert einem schon die Arbeit,
Deckel auf, Schüssel rein, Deckel zu, Temperatur eingestellt und fertig! :ich weiß nichts :D
Gruß Hansi


In der Not isst der Bauer die Wurs(ch)t auch ohne Brot!
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Re: Gärbox (irgendwann) "notwendig" ....

Beitragvon Variatio » Fr 4. Mai 2018, 09:32

Um mal pro-Gärbox zu argumentieren:
Ich hatte mir letztes Jahr eine gebaut, und möchte sie nicht mehr missen. Sie kommt bei wirklich JEDER Gelegenheit (wöchentlich Sauerteig nachfüttern bei 28-30 Grad, alle möglichen Teiggaren von 20-28 Grad etc) zum Einsatz, da ich damit sehr genau steuern kann, wie lange der Teig gehen kann. Wenn ich weiß, dass es ein langer Tag wird, und der Teig 12-24h für sich hat, dann gibt's 20 Grad. Wenn ich Zeitnot habe (8-12h), werden's 24-28 Grad. Und mit dem in meinem obigen Thread verlinkten Thermostat wird die eingestellte Temperatur sehr gut gehalten.

Mit alternativen Pi-mal-Daumen-Methoden könnte ich das gar nicht so genau steuern, und die Gefahr der Über- oder Untergare wäre viel größer. Das liegt allerdings auch daran, dass ich i.d.R. tagsüber arbeiten bin, die Wohnungsheizung dann im Herbst-Frühling auf 16 Grad herunter gefahren wird, und ich in der Wohnung kaum konstante Temperaturen gewährleisten kann, was ja auch Einflüsse auf alle Gegenstände in der Wohnung (Backofen, ...) hat. Klar - ich könnte mit einer Backofenbeleuchtung (der dann natürlich für X Stunden blockiert ist, X groß) herumexperimentieren, aber bis ich herausgefunden habe, zu welcher Jahreszeit welche Bedingungen herrschen ... ;)
Zudem lässt sich auch die Luftfeuchtigkeit sehr gut regeln, da das Volumen konstant klein ist. Wenn ich zu meinem Gärgut ein Schälchen 70 Grad warmes Wasser stelle, erhalte ich je nach Endtemperatur die gewünschten 70-80% Luftfeuchtigkeit

Für eine Gärbox braucht man auch gar nicht so viel basteln, wie ich mit meiner Holzkiste. In Baumärkten gibt es geeignete Styroporboxen in verschiedener Größe, so dass man nur noch die Heizmatte und das Thermostat reinlegen muss, um losgären zu können.

Ich muss allerdings zugeben, dass dann "eine weitere große Kiste" im Weg herum steht. Bei mir steht sie aber in der Abstellkammer neben der Küche - daher ist sie aus den Augen, aber nicht aus dem Sinn. IMHO überwiegen die Vorteile, immer gleiche Gärbedingungen schaffen zu können - seit ich die Gärbox habe, hatte ich keinen einzigen Back-Fail mehr, alle Brote/Brötchen/... gelingen so, wie ich es mir vorstelle 8-)

Contra:
- Muss gebastelt werden
- Große Kiste, die im Weg herum steht (oder in der Abstellkammer)

Pro:
- Kein (ggf. jahreszeitlichabhängiges) Herumexperimentieren mit alternativen Gärmöglichkeiten in der Wohnung
- Backofen bleibt frei
- Konstante Luftfeuchtigkeit einfach herzustellen
- Flexible Einstellung der Wunschtemperatur (schnellere/langsamere Gare, ...)
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Re: Gärbox (irgendwann) "notwendig" ....

Beitragvon Heinerich » Fr 4. Mai 2018, 12:08

Einen herzlichen Dank, für die bisherigen Rückmeldungen! Ganz lieb von euch!
Aus dem bisher Geschriebenen schließe ich:
- notwendig: Nein!
- extrem wünschenwert: "Jein!"
- ganz praktisch: Ja! (reicht -für mich- vermutlich wieder ... weil)
BrotRookie hat geschrieben:Aber wenn es das Kind in dir ist oder die Technikbegeisterung, dann musst du das natürlich haben :gre


Fussel hat geschrieben:- Für die Sauerteigansätze verwende ich die Mikrowelle ....

Wir haben aber leider gar keine Microwelle ... :roll:
Und wollen auch keine! ;)

Aber eben ....
BrotRookie hat geschrieben:Aber wenn es das Kind in dir ist oder die Technikbegeisterung, dann musst du das natürlich haben :gre


Und das Blag schlägt sofort zu, wenn ich dann wieder Baubeschreibungen lese.
Und da ich, spätestens ab August, die Rentnerzeit totschlagen muss, ahne ich bereits, dass die (bis dahin sicher fertige) Konstruktion, in Handlung umgesetzt werden wird ... :mrgreen:

Weitere Meinungen sind natürlich (trotzdem) willkommen ...
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Re: Gärbox (irgendwann) "notwendig" ....

Beitragvon Sheraja » Fr 4. Mai 2018, 13:04

Wir haben auch eine selbstgebastelte Gärbox, ich möchte sie auch nicht mehr missen. Den oben beschriebenen Pro- Argumenten kann ich mich nur anschliessen. Ist einfach gelingsicherer.
mit einem Grüezi und Hallo :hu
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Re: Gärbox (irgendwann) "notwendig" ....

Beitragvon Andreas! » Fr 4. Mai 2018, 13:15

Hallo,

Ich habe sogar zwei ('ne große und 'ne kleine)... :shock: Wenn am Wochenende Brot und Brötchen anstehen sind die auch parallel in Betrieb. Nachdem ich auch ein Basteltyp bin habe ich sie natürlich selbst gebaut - Supermarkt-Styroporbox bzw. Eigenbau aus Dämmplatten + Heizelement und China-Regler - keine unlösbaren Probleme. Für die kleine gibt es inzwischen sogar eine sehr genaue PI-Regelung, aber das ist nur aus sportlichem Ehrgeiz im Rahmen anderer Aktivitäten entstanden :kh , der China Regler für 10€ tut's genauso...

Seit ich die Boxen habe, sind die Zeiten und Backergebnisse endlich reproduzierbar (keine Sommer / Winter / Kältefront - Effekte mehr).

Gruß, Andreas
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Re: Gärbox (irgendwann) "notwendig" ....

Beitragvon Fussel » Fr 4. Mai 2018, 16:02

Heinerich hat geschrieben:
Fussel hat geschrieben:- Für die Sauerteigansätze verwende ich die Mikrowelle ....

Wir haben aber leider gar keine Microwelle ... :roll:
Und wollen auch keine! ;)


Ich könnte auch den Backofen nehmen und da Teigansatz und heißes Wasser reinstellen. Bei mir ist die Mikro halt vorhanden und aus dem BO müßte ich erst das Blech rausnehmen. Also reine Faulheit. Ginge auch ohne Mikro.

Wenn Du basteln WILLST, dann bastel halt - nur wirklich notwendig isses nicht.
Ich seh das gerne mal bei meinem Freund, da wird ein neues Hobby entdeckt, erst mal alles mögliche dafür angeschafft und nach ein paar Monaten hat man keine Lust mehr. Deswegen würd ich es erst mal langsam angehen lassen, bis man sich sicher ist, dass das ne andauernde Leidenschaft wird und das Equipment oft genug genutzt wird.
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Re: Gärbox (irgendwann) "notwendig" ....

Beitragvon taurui » Mi 23. Mai 2018, 08:29

Ich hab mir eine gebrauchte thermoelektrische Kühlbox (so ein Mini-Kühlschrank) gekauft, der auch heizen kann.
Dadurch klappt der milde Sauerteig bei 28° ebenso wie der Hefevorteig bei 12-16° :)
Als Thermostat hab ich auf Amazon einen Funk-Thermostaten für 16€ gekauft...

Vorteile: Nimmt wenig Platz weg und durch die Isolierung ist der Stromverbrauch gering
Nachteile: Bietet auch nur wenig Platz - Netto-Inhalt liegt bei etwas über 2l. Für meine Bedürfnisse reichts, aber man braucht Gefäße, die den Platz gut ausnutzen...
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Re: Gärbox (irgendwann) "notwendig" ....

Beitragvon Waldhexe » Mi 23. Mai 2018, 22:17

ich hab die Gärbox von Brod & Taylor - ich bin damit zufrieden und reicht mir. Mein Backofen hatte ja nie 30° wenn die Lampe an war, noch nicht mal 25°- der war kaum wärmer als die Küche...
Habe aber einen neuen EHerd bestellt, mal abwarten wie es bei dem ist.
liebe Grüße Kristin :hx :ma
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Re: Gärbox (irgendwann) "notwendig" ....

Beitragvon moeppi » Do 24. Mai 2018, 15:39

Die habe ich auch und will sie nicht mehr missen.
LG Birgit
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Re: Gärbox (irgendwann) "notwendig" ....

Beitragvon Landbrot12 » Do 24. Mai 2018, 20:00

Ich habe auch die Brod & Taylor Gärbox und möchte sie nicht wieder hergeben. In 5 Sekunden aufgebaut, ausreichend groß, stabile Temperatur...

Die Lampe meines Backofens hat den Backofen auf 40 Grad geheizt, das war natürlich zu viel.

LG Dora
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Re: Gärbox (irgendwann) "notwendig" ....

Beitragvon _xmas » Fr 25. Mai 2018, 19:12

Die Box ist perfekt, wenn man auf genaue Garetemperaturen Wert legt, die immerhin das Backresultat mitbestimmen. Ich habe mit der B&T ein Helferlein, auf das ich mich verlassen kann und das Voraussetzung für beste Backergebnisse schafft.
Alle sagten: das geht nicht.
Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat´s einfach gemacht.
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Re: Gärbox (irgendwann) "notwendig" ....

Beitragvon Bubi88 » Sa 23. Jun 2018, 15:40

Hier eine Gärbox mit einer Styroporbox und als Regler einen ITC1000
Funktioniert super und ist einfach aufzubauen !!

Bild

Die Heizmatte kostet 8 Euro
https://www.amazon.de/gp/product/B077S7 ... UTF8&psc=1

Der Styroporkörper knapp 20 Euro (hat 40 mm Wände)

https://www.amazon.de/gp/product/B01M2D ... UTF8&psc=1

der ITC1000 15 Euro

https://www.amazon.de/gp/product/B00F8A ... UTF8&psc=1
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