im Nachbarforum hat eine Bäckerin vom emaillierten Lochblech geschwärmt (obere Preisklasse), da wäre es mal an der Zeit, einige Meinungen darüber zu sammeln. Sicher hilfreich für den Anfänger, wenn er zusätzliche Bleche anschaffen will.
Ich habe einen Manz und Standardofen, für den Backensatz wurden Aluminiumbleche von Manz erworben. Wegen des hohen Preises dafür habe ich nach Alternativen gesucht, Bartscher bietet eine ganze Reihe von geeigneten Blechen an, die von den Maßen nur gering kleiner sind als die von Manz, vom Preis her aber sehr deutlich. Deshalb wurden Lochbleche, silikonbeschichtete Lochbleche und ungelochte Bleche beschafft, die alle auch in den Standardbackofen 60 cm Einbaubreite passen.
Verhalten als Gärträger
hier hat das Lochblech keine Vorteile, der Teigling kriecht bei der Gärung immer etwas in die Löcher, was zu unerwünschten Klebeverhalten beim Umdrehen führt. Das ist auch bei der silikonbeschichteten Variante der Fall. Bisher liegen meine Teiglinge deshalb aus Dauerbackfolie oder in der Couche, ab sofort auf dem Cleanbake-Tüchern.
Backverhalten
auf dem Lochblech sind Brötchen etwas schneller fertig (1-2 min), Brote etwa 5 min eher, insbesondere beim Manz (backen auf der heißen Platte). Nachteil ist die Optik, es wird das Lochmuster des Bleches auf die Brötchenunterseite gebrannt (dunkler bei den Löchern). Wendet man die Brötchen vorher am Blech nicht haben sie kleine Pusteln, da wo der Teig in die Löcher gekrochen ist. Sieht man auch oft bei Bäckerbrötchen. Ich helfe mir dann daß ich nach halber Backzeit die Brötchen ein wenig bewege, dann gleicht sich der Siebeffekt auf dem Boden aus.
Brot ist beim Manz nicht von einer Siebmuster auf der Unterseite betroffen, wird aber auch nach halber Backzeit einmal kurz gestupft.
gelochte Dauerbackfolie
es gibt im Handel auch gelochte Dauerbackfolie, die ich auf einem Standardblech einsetze. Die Backzeit verkürzt sich damit praktisch nicht, Vorteile kann ich deshalb beim Blecheinsatz keine sehen. Speziell für den Manz allerdings nehme ich sie als Schiebehilfe, die Gärkörbe werden darauf gestürzt und die Brote dann mit dem Holzschieber problemlos in den Ofen befördert. Die Hitze wirkt nicht so heftig auf die Brotunterseite und sie wird deshalb nicht so dunkel wie beim direkten Backen auf der heißen Platte.
Mein persönliches Fazit
die Vorteile einer leicht verkürzten Backzeit überwiegen nicht gegen die Rasterung der Unterseite bzw. Pusteln, ich würde deswegen kein Lochblech mehr beschaffen. Die silikonbeschichteten verhalten sich genauso.
Geeignet sind Lochbleche aber beim Einsatz von Backfolie, hier wird durch die gleichmäßige Hitze wieder ein "normales" Backverhalten ermöglicht, minimal verkürzt.





