Re: Wildhefe zum Brotbacken herstellen
Interessante Experimente, ueber die ich da eben stolpere
Ich habe jetzt nicht alle 27 Seiten durchgelesen, d.h. ich weiss nicht, ob ich "alte Zoepfe erzaehle", aber die Probleme mit Schimmel auf den ersten paar Seiten wundern mich nicht.
Wenn Ihr Rosinen oder anderes in Zuckerwasser einlegt, dann habt ihr erstmal viele verschiedene MOs in der Bruehe rumschwimmen. Die, die entweder am Staerksten oder in der Ueberzahl sind, die gewinnen das Rennen um die Nahrung, sprich Zucker, und verdraengen andere. Das kann durchaus Schimmel sein, der auf den Rosinen sass oder spaeter durch die Luft/das Glas/... reinkam.
Saeure ist der Erzfeind des Schimmels -- deshalb funktioniert ein Sauerteig besser; er bildet auch genuegend Bakterien aus, die Essig-/Milchsaeure produzieren, welche dann den Schimmel unterdrueckt.
Deshalb ist auch die Methode mit Apfelsaft zuverlaessiger, die Fruchtsaeure unterdrueckt den Schimmel auch besser. Es gibt aber noch eine einfachere Methode -- einfach ein gaerendes Getraenk verwenden, z.B. Apfelmost, neuer Wein, ... Da sind die Hefen wild am arbeiten, d.h. dieser Starter verspricht am ehesten stabile Resultate. Welche Hefen sich bei einem Ansatz mit z.B. Rosinen ausbilden ist eh' nicht wirklich garantiert, das kommt drauf an, was an den Dingern grad dranhaengt. Das koennte z.B. auch Brauhefe sein...
Ihr koennt uebrigens durchaus auch Leitungswasser nehmen. Einfach abkochen oder 1-2 Tage offen stehen lassen. Dann ist das Chlor verflogen.
Mittelfristig waere ich mit so einem Hefewasser aber vorsichtig. Das ist eine Zuckerloesung ohne stabiliserende Saeure, d.h. die kann von allen moeglichen MOs befallen werden, welche sich darin wunderbar ausbreiten koennen; Schimmelpilz ist da noch eher harmlos, wird aber vom Menschen einfach erkannt, nachdem der Pilz so bloed ist und sich lange Haare wachsen laesst. Coli-Bakterien z.B. verstecken sich da viel besser... In der heimischen Kueche kann man die Reinheit der Loesung leider nicht ueberpruefen, d.h. Ihr wisst nicht, was Ihr da wirklich in Euer Brot tut. Wenn dann das Brot beim Backen keine genuegende Kerntemperatur erfaehrt, dann kann es evtl. gefaehrlich werden.
Ich kann mir eigentlich wenig bessere Brutherde vorstellen. Da waere dann die naechste Idee geboren; eine Rosine in eine Petrischale legen, da koennten dann evtl jede Menge Wildhefen bei entstehen
Sorry wenn ich Euch etwas veraengstigt haben sollte, aber im Interesse Eurer Gesundheit wuerde ich zu entweder Sauerteig oder Industriehefe raten, auch wenn andere Experimente evtl 1.000 mal gutgehen. Das 1.001te Mal koenntet Ihr womoeglich Euer Leben lang bereuen...
Wenn Ihr Rosinen oder anderes in Zuckerwasser einlegt, dann habt ihr erstmal viele verschiedene MOs in der Bruehe rumschwimmen. Die, die entweder am Staerksten oder in der Ueberzahl sind, die gewinnen das Rennen um die Nahrung, sprich Zucker, und verdraengen andere. Das kann durchaus Schimmel sein, der auf den Rosinen sass oder spaeter durch die Luft/das Glas/... reinkam.
Saeure ist der Erzfeind des Schimmels -- deshalb funktioniert ein Sauerteig besser; er bildet auch genuegend Bakterien aus, die Essig-/Milchsaeure produzieren, welche dann den Schimmel unterdrueckt.
Deshalb ist auch die Methode mit Apfelsaft zuverlaessiger, die Fruchtsaeure unterdrueckt den Schimmel auch besser. Es gibt aber noch eine einfachere Methode -- einfach ein gaerendes Getraenk verwenden, z.B. Apfelmost, neuer Wein, ... Da sind die Hefen wild am arbeiten, d.h. dieser Starter verspricht am ehesten stabile Resultate. Welche Hefen sich bei einem Ansatz mit z.B. Rosinen ausbilden ist eh' nicht wirklich garantiert, das kommt drauf an, was an den Dingern grad dranhaengt. Das koennte z.B. auch Brauhefe sein...
Ihr koennt uebrigens durchaus auch Leitungswasser nehmen. Einfach abkochen oder 1-2 Tage offen stehen lassen. Dann ist das Chlor verflogen.
Mittelfristig waere ich mit so einem Hefewasser aber vorsichtig. Das ist eine Zuckerloesung ohne stabiliserende Saeure, d.h. die kann von allen moeglichen MOs befallen werden, welche sich darin wunderbar ausbreiten koennen; Schimmelpilz ist da noch eher harmlos, wird aber vom Menschen einfach erkannt, nachdem der Pilz so bloed ist und sich lange Haare wachsen laesst. Coli-Bakterien z.B. verstecken sich da viel besser... In der heimischen Kueche kann man die Reinheit der Loesung leider nicht ueberpruefen, d.h. Ihr wisst nicht, was Ihr da wirklich in Euer Brot tut. Wenn dann das Brot beim Backen keine genuegende Kerntemperatur erfaehrt, dann kann es evtl. gefaehrlich werden.
Ich kann mir eigentlich wenig bessere Brutherde vorstellen. Da waere dann die naechste Idee geboren; eine Rosine in eine Petrischale legen, da koennten dann evtl jede Menge Wildhefen bei entstehen
Sorry wenn ich Euch etwas veraengstigt haben sollte, aber im Interesse Eurer Gesundheit wuerde ich zu entweder Sauerteig oder Industriehefe raten, auch wenn andere Experimente evtl 1.000 mal gutgehen. Das 1.001te Mal koenntet Ihr womoeglich Euer Leben lang bereuen...

Ich frag mich, was diesmal schief läut. Ich starte nacher den 4. Versuch. 

Noch einen Tag warten und dann samt Rosinen kühl stellen oder jetzt schon?

nich immer so frech