durch die gute Ausstattung unseres Ferienhauses konnte ich während des Mallorca-Urlaubs ja einige schöne Brote backen. Da allerdings keine Teigknetmaschine außer einem kleinen Handrührer vorrätig war, war ich gezwungen, meine Brotteige damit zu kneten. Handrührer habe ich vorher nur für das Zusammenkneten von festeren Vorteigen benutzt.
Das hat mich um eine interessante Erfahrung bereichert. Die Kneterei geht mit diesen Geräten entgegen meiner Erwartung ziemlich gut und schnell. Vom Knetprinzip her handelt es sich ja um 2 Spiralknethaken mit denen man, wenn man beim Kneten die Schüssel immer um sich selbst dreht, die teuren Spiralkneter (z.B. Alpha) simulieren kann. Also einfach die Maschine mit der rechten Hand gut festhalten und laufen lassen, und den Teig, sobald er vermischt ist, mit der Schüssel durch die rotierenden Knethaken drehen. Hierdurch scheint es möglich zu sein, einen Weizenteig sehr schnell auszukneten (in ca. 4-5 Minuten bei festeren Teigen, etwa 6-8 Minuten bei weicheren Teigen). Was man dabei auch erfährt, ist eine direkteres haptisches Gefühl, wie gut der Teig schon entwickelt ist. Für mich als Weizenteig-Freak eine schöne Erfahrung.
Allerdings hat die Sache einige Einschränkungen.
Da die Handkneter für Brotteige eigentlich untermotorisiert sind (selbst die mit 500 Watt), gilt es einiges zu beachten:
1. Das Teiggewicht sollte etwa 1 kg nicht überschreiten, sonst muß die Maschine zu sehr kämpfen und kann beschädigt werden.
2. Die TA sollte eher höher sein, bei Weizenteigen über 160, sonst ist der Teig zu fest und die Maschine quält sich s.o.
3. Die Sache kostet etwas Kraft, vor allem in dem Arm, der die Maschine hält.
Somit ist das Ganze zwar nicht universal einsetzbar, kann aber bei kleineren Brotteigmengen beim Auskneten gut helfen. Insbesondere wenn man bei weichen Teigen mit der Küchenmaschine oder dem "Planetary"-Kneter (Kenwood, Kitchen-Aid) das Gefühl hat, der Knethaken würde nur die Teigsuppe umrühren.
Grüße,
Björn (und jetzt haltet mich alle für verrückt



