Hallo,
nach langer, krankheitsbedingter Abwesenheit melde ich mich zurück. Auch während meiner Schreibabstinenz im Brotbackforum habe ich hier fleißig mitgelesen, mich inspirieren lassen und natürlich gebacken, soweit mein Zustand es zuließ. Meine Sauerteige habe meine wochenlange Missachtung auf Grund von KH und Reha klaglos hingenommen, nur mein LM ist ausgewandert - in den Müll.
Beim süssen Backen war ich irgendwann diesen ganzen 'neumodischen' Kram wie Cupcakes etc. leid und habe mich ausführlich mit den Old Style Rezepten meiner Kindheit befasst. Seit 4 Monaten mit Biskuit... genauer gesagt, mit Biskuitrollen. Wie passend
Das Rezept von Brotstern kenne ich... war quasi mein erster Versuch, ging gründlich daneben. Wie Brotstern ja schreibt, handelt es sich um ein uraltes Rezept. Aber auch alte Rezepte kann man etwas modernisieren und sowas stachelt meinen Ehrgeiz an. Ich habe das Rezept noch 2x erfolglos gebacken und mich dann in meiner Backbibliothek und im IN belesen. Weitere Versuche mit mehr oder weniger geringfügigen Abwandlungen folgten. Nicht zuletzt Brotstern's Methode, wie man das Backpapier entfernen und die Teigplatte geschmeidig halten kann, führte entweder dazu, dass das Tuch zu feucht war und der Teig dadurch durchmatschte oder das Tuch zu trocken war, das Backpapier sich nur schwer bis gar nicht lösen ließ und die Teigplatte beim Rollen brach.
Letztendlich bin ich bei diesem Rezept gelandet und es ist mir bei 6 Versuchen nicht einmal mißlungen. Man kann im übrigen zwischen der Option 'butterfrei' oder mit Butter wählen.
5 oder 6 Eier
100 g Zucker
30 g Stärke (Weizen- oder Maisstärke)
75 g Mehl
1/3 TL Backpulver
20 g Butter (bei der Butter-Teigversion + bis max. 90 g Butter)
Die Butter in der Mikrowelle schmelzen und abkühlen lassen.
Backofen auf ca. 200 Grad O/U-Hitze vorheizen.
Die tiefe Fettpfanne mit Backpapier auslegen. Das Backpapier satt mit der geschmolzenen Butter einstreichen, auch die Ränder.
Die Eier trennen.
Das Eiweiß mit einer Prise Salz aufschlagen. Beginnt es fest zu werden, gut 1/2 des Zuckers zufügen und alles zu einem festen Eischnee schlagen.
Die Eigelbe mit dem restlichen Zucker zu einer hellgelben, dicklichen Masse aufschlagen.
(Wenn Teig mit Butter, dann ist jetzt der Augenblick, die flüssige Butter zur Eigelbmasse zuzugeben. Achtung - jetzt nicht rühren.)
Mehl, Stärke und Backpulver mischen und ggf. sieben.
Die Mehlmischung über die Eigelbmasse geben.
Ca. 1/3 des Eischnee's hinzufügen und mit einem Schneebesen vermengen (nicht wild rühren, sondern eher sanft unterheben).
Den restlichen Eischnee dazugeben und mit einem Teigspatel nun wirklich sanft unterheben. Es dürfen ruhig noch kleine Eischnee-Nester sichtbar sein.
Alles auf das Backblech streichen, auf mittlerer Schiene ca. 15 – 18 min. goldgelb backen.
Inzwischen ein sauberes Geschirrtuch ausbreiten, satt mit Zucker bestreuen.
Den Biskuit heiß – also direkt aus dem Backofen - mitsamt dem Backpapier auf die Zuckerschicht stürzen, so dass das Backpapier oben ist. Dieses sofort abziehen (wenn gut gebuttert, geht das ganz easy.
Die Teigplatte sofort, also heiß, mit Hilfe des Küchentuches zu einer festen Rolle aufrollen und als Rolle vollständig erkalten lassen.
Wenn die Rolle kalt ist, wieder auseinanderollen und nach Belieben füllen.
Beim Füllen an 3 Seiten einen ca. 1 cm breiten Rand freilassen. Die 4. Seite kann ohne Rand „eingeschmiert“ werden, von der Seite wird dann aufgerollt.
Meine liebste Füllung ist derzeit Pflaumenmus mit ungesüsster Schlagsahne. Es ist übrigens - so wie hier schon geschrieben - völlig unnötig, grundsätzlich Schlagsahne für Biskuitrolle mit Gelatine zu versetzen.
- 1/2 Glas Pflaumenmus (gut 230 g - bei mir nur Mühlhäuser, nicht nur aus Lokalpatriotismus, sondern weil er auch nach m.M. am besten scheckt)
- ca. 200 g Schlagsahne ungesüsst und ohne Sahnesteif steif schlagen
Erst das Pflaumenmus verteilen, darauf die Sahne.
Die so gefüllte Rolle hält ca. 3 - 4 Tage im Kühlschrank...

nein, nicht wirklich... sie ist vorher einfach aufgegessen.