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Willkommen in der Zukunft: Erfahrungen mit Bosch HNG6764S6

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Willkommen in der Zukunft: Erfahrungen mit Bosch HNG6764S6

Beitragvon Strandlauefer » Mo 27. Feb 2017, 22:36

Wegen der Einrichtung einer Ferienwohnung hatte ich die Möglichkeit mich von meinem alten Backofen zu trennen und mir etwas mehr backtaugliches zu kaufen.

Drei Dinge hatten mich an meinem ca 7 Jahre alten Siemens Ofen gestört:
1. Keine Zeitschaltung. Gerade bei meinen Freitagsbrötchen für die Belegschaft hat dies für zu frühes Aufstehen gesorgt.
2. Der alte war nicht ganz „dampfdicht“.
3. Die Dampferzeugung habe ich bisher durch das Mitheizen von Saunasteinen in einer Metallform und anschließendem Übergießen mit Wasser oder Eisstücken gelöst. Dies sollte automatisiert werden und genauer zu steuern sein.
Daneben hätte ich gerne ein eingebautes Bratthermometer
Bei Besuchen von Küchenstudios und Möbelhäusern und dem Durchforsten des Internets habe ich mir dann einige Öfen herausgesucht. Hängen geblieben bin ich dann bei den Geräten der Bosch-Siemens Haustechnik. Diese gibt es in optischer Abweichung unter vielen Markennamen wie „Bosch“, „Siemens“, „Neff“ etc.. Lt. einem Küchenstudio gehört sogar „Gagenau“ dazu. Die inneren technischen Werte scheinen identisch zu sein. Lediglich die Bezeichnungen der Funktionen haben oftmals einen anderen „Marketingsprech“ wie z.B. „Variosteam“ zu „Dampfstoß“ oder „4D Heißluft“zu „Circotherm“ etc. Dazu kommen noch die meist relativ baugleichen, aber weit teureren Geräte der „Extraklasse“ oder „Exclusiv“ Serien.
Heute kann man einige Geräte auch per WLAN bedienen, was meine erste Forderung natürlich noch viel besser erfüllt als eine einfache Schaltuhr. Inzwischen bin ich aus einem anderen Grund froh dies im neuen Ofen zu haben- dazu später mehr.
Nach dem Studium aller möglichen Gebrauchsanleitungen habe ich mich dann für den Bosch HNG6764S6 entschieden, dem Flaggschiff von Bosch. Dieser hat zusätzlich zu den normalen Heizarten auch noch Mikrowelle an Bord. Pyrolyse zur Reinigung des Ofens gibt es auch.
Eine Woche später stand das Gerät für knapp über 1400€ in meiner Küche.
Das Gerät wiegt über 50kg und ist deutlich schwerer als mein bisheriger Ofen. Auffällig ist das große Display mit einem Ring in der Mitte, mit dem die Einstellungen ausgewählt werden. Hinzu kommen noch einige Tastfelder neben dem Display. Das Display lässt sich hochfahren und gibt dann den Zugriff auf einen, einen Liter fassenden Wasserbehälter frei.
Der Innenraum ist mit LED Leuchten an den Seiten und in der Decke gut ausgeleuchtet. Wegen der Mikrowellenfunktion gibt es nur einen Teleskopauszug und ansonsten 4 weitere Einschübe. Mitgeliefert wird ein Rost, ein Backblech und eine Universalpfanne. Als Heizarten stehen O/U Hitze, Oberhitze, Unterhitze, Heißluft (heißt hier 4D Heißluft), Grill mit diversen Ausführungen, Dampfregenerieren, Mikrowelle und fast alles Miteinander kombinierbar und als Schonprogramm für niedrige Temperaturen. Die Tür zieht sich selber zu und ist absolut dicht.
Wie gesagt, kann das Gerät via der Home Connect App an ein Smartphone oder Tablett angebunden werden.

Hier jetzt mal meine grundlegenden Erfahrungen nach ca. 3 Monaten Betrieb:
Zunächst habe ich mir die viel beworbenen Assist Funktionen angesehen. Zum Test dienten die Rosinenbrötchen. Den Teig habe ich nach Rezept bereitet und zum Gehen die Gärfunktion des Ofens des Ofens genutzt. Diese füllt den Ofen mit 30°C bis 40°C warmen Dampf und funktioniert sehr gut.
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Danach wählt man die Art (Brot/Brötchen) und dann „Brötchen süß frisch“ und schießt das Blech in den kalten Ofen ein auf der vorgeschlagenen Höhe ein. Nach 25min ist das Programm beendet. Für mich natürlich etwas seltsam, die Teiglinge in einen kalten Ofen zu legen, aber bei den Rosinenbrötchen funktioniert es. Zur Not kann man auch noch „Nachgaren“ wählen. Das ist bei Brötchen allerdings gefährlich, da es zu einer dickeren Kruste führen kann.
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Danach habe ich es mit den Schneebrötchen und dem Programm für „Brötchen frisch“ probiert. Das gefiel mir aber nicht so gut. Ich meine, daß die Brötchen sonst mehr Ofentrieb hatten und da sie sehr blass waren, habe ich nachgaren lassen, was zu einer dicken Kruste führte.
Das schöne an der App ist, daß man dort Kochbücher integriert hat. Man kann aus der App heraus die Einkaufliste erstellen und die Einstellwerte für den Ofen auf das Gerät übertragen. Alternativ bekommt man auf Aufforderung das Kochbuch als richtiges Buch kostenlos zugesendet. Auch das Kochbuch haben meine Frau und ich ausprobiert.
Ein Flammkuchen nach dem Rezeptbuch mit der Flammkuchen funktion gebacken, war sehr schmackhaft und auf den Punkt. Auch die Brownies mit Cashew und Pistatzien war sehr gut. Hier kommt übrigens eine andere Besonderheit des Ofens zur Anwendung: der Backsensor. Man legt den Teig in den Ofen und stellt „Kuchen in Form“ ein. Alles andere macht der Ofen selbst, indem er wohl die Temperatur und die Feuchtigkeit kontrolliert. Das ist so wie fliegen mit Autopilot. Irgendwann bekommt man ein Signal am Ofen und auf dem Handy, daß der Ofen fertig ist. Cool! Leider vermisse ich Angaben im Handbuch, für welche Teige diese Funktion geeignet ist.
Auch das Bratthermometer musste natürlich getestet werden. Dafür wurde ein Roastbeef zubereitet. Da das Bratthermometer mit allen Heizfunktionen funktioniert, bieten Handbuch und Kochbuch insgesamt vier verschiedene Arten der Zubereitung an: Niedertemperatur mit vorherigem Anbraten, Heißluft, O/U Hitze und Heißluft mit Mikrowellenunterstützung. Ich habe klassisch 180°C O/U Hitze genommen. Auf dem Display wird die Soll und Ist Temperatur angezeigt. Sobald die Solltemperatur erreicht wurde, gibt es ein Signal auf dem Ofen und dem Handy und das heizen wird eingestellt. Hat sehr gut funktioniert. Es gibt noch viele weitere Funktionen wie z.B. Aufbacken von gefrorenen Brötchen, die sehr gut mit meinen Brötchen funktioniert. Sie sind wie frisch gebacken.
Alles sehr nette Funktionen für Thermomix Jünger :XD . Aber im Brötchenbereich für mich nicht so sonderlich überzeugend. Deswegen habe ich wieder den klassischen Handbetrieb gewählt. Im Gegensatz zu meinem alten Ofen kann ich hier aber alles gradgenau einstellen. Wobei mir aufgefallen ist, daß die Temperaturen niedriger eingestellt werden müssen als bei meinem alten Ofen. Was ich sehr gut finde: Endlich funktioniert daß Backen in mehreren Ebenen mit Heißluft. In meinem alten Ofen war die Temperatur in dieser Betriebsart zur Rückwand hin deutlich wärmer, was zu sehr ungleichen Backergebnissen führte. Der neue Ofen hat dieses Problem zwar auch, aber man muss schon genau hinsehen, um es zu bemerken. Inzwischen habe ich mir angewöhnt nach ca 12 bis 14 Minuten, wenn sowieso der Dampf abgelassen werden soll, die Bleche einmal umzudrehen.
Der Workflow sieht folgendermaßen aus: Heizart auswählen, Temperatur auswählen, Dauer und Beginn (z.B. am nächsten Morgen) auswählen, und als Option "Schnellaufheizen" oder "Dampf" auswählen. Letzteres in drei Stufen. Das Schnelllaufheizen auf 240° benötigt im O/U Betrieb ca 13min, im Heißluftbetrieb etwas weniger.
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Hier das Display am Ofen
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Sobald die Temperatur erreicht ist, gibt es ein Signal am Ofen und am Handy. Man kann, wie gesagt das Schwaden in drei Stufen einstellen. Für Brötchen nutze ich Stufe 3. Diese Funktion kann während des Betriebes auch aus- oder umgeschaltet werden. Die Dampfmenge ist gut und bleibt dank der selbstverriegelnden Tür auch im Ofen. Es ist schon beeindruckend welche Mengen Dampf beim Öffnen entweichen.
Wie gesagt funktioniert der Mehrebenenbetrieb sehr gut und lässt mich am Freitag länger schlafen. Außerdem benötige ich weniger Strom.
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Brot habe ich auf einem Stein mit O/U Hitze gebacken. Auch hier mit gutem Ergebnis.
Mit der Regenerierfunktion kann man Essen professionell aufwärmen oder den Ofen als Art Dampfgarer mißbrauchen. Wir jaben z.B. Weihnachten zwei Bleche gefrorenes Gemüse dort in 45 min wunderbar mit Dampf zubereitet.
Für Pizza gibt es eine extra Heizfunktion. Ich habe sie einmal ausprobiert und kann sagen, daß sie funktioniert..

Was mir persönlich gar nicht gefällt, ist der Einstellring. Er ist zwar schön stylisch, aber ich habe Probleme ihn zu drehen. Irgendwie bekomme ich den Druck nicht richtig hin. Mit trockenen Fingern bekomme ich das überhaupt nicht hin. Entweder er dreht sich gar nicht, oder er springt. Meine Frau hat diese Probleme nicht. Ich denke, dieser Ofen ist in einer Küche, in der er in Augenhöhe eingebaut wird, besser aufgehoben als bei mir, wo er unter dem Kochfeld platziert ist. Die Bedienpanel von Siemens, Neff etc. könnten da evtl. funktionell besser sein. Da ich den Ofen aber gut via Handy bedienen kann, ist das Jammern auf hohem Niveau.
Als I Tüpfelchen versteht sich der Ofen, zumindest rudimentär, mit dem Amazon Echo (Dot). Ich habe so einen Dot in der Küche als Küchenradio bzw. Eieruhr an die Wand geklebt. Und nun kann ich z.B. sagen „Alexa home connect Ofen auf 210° Heizluft für eine Stunde“ und der Ofen macht das auch.

Zusammengenommen bin ich sehr zufrieden mit dem neuen Ofen und bereue die Investition nicht. Die Bedienung ist einleuchtend und die Backergebnisse überzeugen. Dampf wird in ausreichender Menge und schnell erzeugt. Und er bleibt im Ofen.
Die Assistfunktionen sind nette Gimmicks, die ich persönlich nicht unbedingt brauche. Wider Erwarten ist die Mikrowellenfunktion doch eine Bereicherung, da sie die anderen Heizarten unterstützt und die Garzeiten zum Teil stark verkürzt.
Die gute Zeitsteuerung gefällt mir ganz besonders, ist doch so der Ofen schon warm, wenn ich aufstehe, um die Brötchen einzuschießen. Wünschen würde ich mir hingegen eine „richtige“ Programmierungsmöglichkeit um so z.B. 10min Dampf Stufe 3 und dann ohne Dampf weitere 10min zu backen. Im Moment muss ich nach 10min entweder am Ofen oder dem Handy nachregeln. Ganz toll wäre natürlich eine Dampfreduzierfunktion. Aber man kann ja die Tür kurz öffnen. Und wenn man das Kochbuch auch noch selbst editieren und um weitere Rezepte erweitern könnte....
Man muss sicher nicht dieses Flagschiff kaufen. Es gibt diesen Ofen auch ohne Mikrowellenfunktion. Man sollte aber vor dem Kauf auf jeden Fall die technischen Daten vergleichen. So bekommt man bei Siemens z.B. Extraklasse Geräte die wesentlich mehr kosten als die Geräte ohne diese Bezeichnung, technisch aber gleich sind...
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Strandlauefer
 
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