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Welcher gusseiserne Topf?

Hier kannst Du als Anfänger alles fragen, was zum Brotbacken gehört.

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Re: Welcher gusseiserne Topf?

Beitragvon nutmeg » Mo 6. Apr 2020, 19:09

thkn777 hat geschrieben:Wenn es ausschliesslich ums Brotbacken geht: muss es ein Topf sein? Ich bin hitze-empfindlich und so ein schwerer gusseiserner Topf bei 250°C ist kein Spass für mich. Hab mich deswegen nach Alternativen umgesehen.

Aktuell backe ich offen auf Pizzastein. Auf den Pizzastein stelle ich 2 kleine Wasserschalen hinten links und rechts. Brot wird auf die Pizza-Schaufel gestürzt, eingeschnitten und direkt auf den Pizzastein geschoben. Für mich aktuell die beste Lösung mit der geringsten Hitze-Belastung für mich. Mein Kontakt zum BO beschränkt sich damit auf Klappe-auf-Brot-rein-Klappe-zu. Ist ne Sache von Sekunden.


Klar. Backen im Topf erschlägt zwei Probleme auf einmal, die man sonst mit zusätzlichem Gerätschaften bewältigen muss:
- Wärmespeicher, der nach dem Einschieben schnell viel Energie auf den Teigling übertragen kann
- Schwaden
Wenn du schon einen Pizzastein hast, dann hast du natürlich schon die halbe Miete und dann ist es vielleicht besser, Problem 2 anders lösen (Schraubenschale, Schwadomat), dann hast du ein Setup das für alle möglichen Backwerke inklusive Kleingebäck funktioniert.

Als Backanfänger find/fand ich den Topf aber super, da kann man Erfolge feiern und zwar typischerweise eben ohne spezialisiertes Equipment. Oft gibt es ja schon irgendeinen Bräter, das erste Topfbrot kommt aus dem Topf, den man schon hat. Und die Erfolgserlebnisse sind wirklich toll, für den Ofentrieb muss man sonst ganz schön Aufwand treiben, bzw. ist es gar nicht erreichbar, wenn man eine Ofen hat, der nicht genug schließt. Das Fehlen jeglicher Sauerei im Backrohr kann auch was.

So aufregend erscheint mir das Hantieren mit dem Topf nicht, ich habe dicke Ofenhandschuhe bis zum Ellenbogen an, wenn ich ich ihn anfassen muss. Beim "Einwurf" wäre man mit Lederfingerhandschuhen (oder Wolle, bloß keine Kunstfaser) wohl auch vor Verbrennungen durch flüchtigen Kontakt geschützt. Aber da hat jeder seine eigene Komfortzone. ;-)
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Re: Welcher gusseiserne Topf?

Beitragvon nasia » Di 7. Apr 2020, 14:24

LieLi hat geschrieben:Ich persönlich würde keinen emaillierten Topf nehmen, sondern einen komplett aus Gusseisen. Vernünftig eingebrannt halten die dann tatsächlich ein Leben lang und es klebt niemals irgendwas an.

Ich koche ausschließlich in Gusseisen. Hab alle anderen Töpfe und Pfannen verschenkt.

Warum würdest du keinen emaillierten Topf nehmen? Kannst du das begründen?

Ich habe einen alten Topf von jemand erhalten, der bestimmt vernünftig eingebrannt ist, aber bei diesem bleibt das Brot am Boden hängen und ich kann es nur mit Mühe irgendwie herausbekommen. Das ist bei einem heißen Topf nicht gerade angenehm! Außerdem ist es dann immer ganz kaputt und ich kann keine normale Brotscheiben mehr schneiden, weil es auseinanderfällt.

Wenn es mal schnell und unkompliziert gehen soll, ist das 24 Stunden-Topfbrot für mich am einfachsten und es schmeckt auch noch super. Ich wollte mir die Mühe mit dem Einbrennen ersparen.

Also ist der Topf geeignet oder nicht? Geht da evtl. die Emaille kaputt vom Backen?
Liebe Grüße
nasia

Meine Helfer sind: Kenwood, Howo`s Getreidemühle, Edelstahl-Kastenbrotbackformen, lange Gärkörbchen, ganz normaler Haushalts-Backofen, Pizzastein.
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Re: Welcher gusseiserne Topf?

Beitragvon _xmas » Di 7. Apr 2020, 14:32

Nasia, ich backe seit vielen Jahren auch in emaillierten Töpfen, ohne dass ich einen Nachteil feststellen konnte. Die Emaille (cremeweiß) hat sich nach einiger Zeit des Gebrauchs farblich etwas verändert, aber das hat keine Auswirkungen auf das Backergebnis.
Ich kann Dir ein kleines Hilfsmittel für den geschenkten Topf empfehlen. Schneide dir Dauerbackfolie in Topfbodengröße zu. Ich habe noch seitliche Streifen als Anfasser drangelassen.
Nachher stelle ich ein Foto ein.
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Re: Welcher gusseiserne Topf?

Beitragvon LieLi » Di 7. Apr 2020, 15:11

nasia hat geschrieben:
LieLi hat geschrieben:Ich persönlich würde keinen emaillierten Topf nehmen, sondern einen komplett aus Gusseisen. Vernünftig eingebrannt halten die dann tatsächlich ein Leben lang und es klebt niemals irgendwas an.

Ich koche ausschließlich in Gusseisen. Hab alle anderen Töpfe und Pfannen verschenkt.

Warum würdest du keinen emaillierten Topf nehmen? Kannst du das begründen?

Ich habe einen alten Topf von jemand erhalten, der bestimmt vernünftig eingebrannt ist, aber bei diesem bleibt das Brot am Boden hängen und ich kann es nur mit Mühe irgendwie herausbekommen. Das ist bei einem heißen Topf nicht gerade angenehm! Außerdem ist es dann immer ganz kaputt und ich kann keine normale Brotscheiben mehr schneiden, weil es auseinanderfällt.

Wenn es mal schnell und unkompliziert gehen soll, ist das 24 Stunden-Topfbrot für mich am einfachsten und es schmeckt auch noch super. Ich wollte mir die Mühe mit dem Einbrennen ersparen.

Also ist der Topf geeignet oder nicht? Geht da evtl. die Emaille kaputt vom Backen?


Wenn dein Brot festklebt, ist der Topf entweder aus Gusseisen und schlecht bzw. nicht eingebrannt oder aus irgendwas anderem.

Emaille ist letztlich eine Beschichtung, die aufgebracht wird und früher oder später kaputt geht. Sie kann splittern, porös werden und sich verfärben.
Gusseiserne Sachen sind einfach Eisen. Ohne Beschichtung oä. Entsprechend unkaputtbar und wirklich ein Leben lang und länger nutzbar.

Aus was dein Topf ist bzw. wieso das Brot festklebt, ist aus der Ferne kaum zu beurteilen. Vielleicht am besten wirklich Folie verwenden...
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Re: Welcher gusseiserne Topf?

Beitragvon _xmas » Di 7. Apr 2020, 15:57

Ich denke auch, dass der geschenkte Topf vor der Übergabe noch einmal richtig "geschrubbt" wurde.
Damit ist die Patina hin und erneutes, wenn nötig auch mehrfaches, Einbrennen könnte das Problem lösen. Sonst die weiter unten gezeigte Dauerbackfolie. Ich nehme die, obwohl ich keine Probleme mit dem Anbacken der Teiglinge habe. Aber das Hineinbefördern in den Topf wird "ungefährlicher".
Lieli, ich backe schon wirklich sehr lange in emaillierten Töpfen und kann keine, gar keine Beschädigungen feststellen. Wie sind da deine Erfahrungen und woran machst du diese fest?

Hier mein DB-Zuschnitt, nicht schön, aber effektiv.


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Re: Welcher gusseiserne Topf?

Beitragvon LieLi » Di 7. Apr 2020, 16:53

Ich bin ja recht umweltbewusst unterwegs und versuche möglichst nur in ganz, ganz wenigen Ausnahmen Neuware zu kaufen. Und wenn ich etwas kaufe, dann möglichst in so einer Bauart und Qualität, dass es bestenfalls unkaputtbar ist und wirklich ein Leben lang hält. Entsprechend hatte ich sehr viele gebrauchte Le Creuset, Cousances und Co auf Flohmärkten in der Hand oder Fotos bei Ebay-Kleinanzeigen gesehen.

Die weiße Emaille verfärbt sich irgendwann und wird leicht rau. Gerade an den Topfrändern oben splittert die Emaille auch häufig ab. Teils habe ich auch löchrige Boden-Schichten gesehen, wo mehrere Millimeter große Löcher aus der Emaille rausgeplatzt sind.
Schwiegermuttern hat ihren neuen Le Creuset aus 20cmHöhe aus dem Schrank auf Fliesen rutschen lassen und direkt ein Eck aus der Emaille geschlagen.

Nicht falsch verstehen: ich sage nicht, dass emaillierte Töpfe schlecht sind. Sie halten nur kürzer als Töpfe, die vollständig aus Gusseisen sind.

Ich habe mal kurz bei Kleinanzeigen Le Creuset durchgescrollt und Screenshots gemacht, nehme ich aber gleich wieder raus, weil es nicht meine Bilder sind: - entfernt -
Zuletzt geändert von LieLi am Di 7. Apr 2020, 17:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Welcher gusseiserne Topf?

Beitragvon _xmas » Di 7. Apr 2020, 17:19

Ein gusseiserner Topf ohne E. kann auch hinfallen, ist dann genauso kaputt und zerborsten.

Mich intersessiert deine persönliche Erfahrung und nicht das, was im Netz steht.

Danke für das sofortige Herausnehmen der Fotos wegen Urheberrechtschutz.
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Re: Welcher gusseiserne Topf?

Beitragvon LieLi » Di 7. Apr 2020, 17:21

Nein, da ist ja nichts, was absplittern kann. Aus Eisen splittert wegen eines kleinen Sturzes nichts raus. Es könnte die eingebrannte Schicht abplatzen, die man aber ja problemlos wieder nachbrennen kann.

PS: Das, was man auf den Fotos gesehen hat, ist meine persönliche Erfahrung aus den letzten Jahren Suche nach gebrauchten, gusseisernen Töpfen. So sehen irgendwann sehr, sehr viele emaillierte Töpfe aus.
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Re: Welcher gusseiserne Topf?

Beitragvon _xmas » Di 7. Apr 2020, 18:04

Ich habe vor etwa 7 Jahren 2 Töpfe gekauft, die bei mir regelmäßig im Einsatz sind. Ich meine also, auch Erfahrungswerte abbilden zu dürfen.
Diese Töpfe habe ich nicht geschont, nicht besondes behandelt. Mit Spülmittel ausgewaschen, die Gusskannten ein wenig eingefettet und sonst nix. Beide sind mit geringen Verfärbungen der Emaille 100% in Schuss. Das ist keine Mutmaßung sondern Fakt.

edt:
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Re: Welcher gusseiserne Topf?

Beitragvon Mikado » Di 7. Apr 2020, 18:45

Ich meine auch, dass hochwertige Emaille zwar ihren Preis hat, sich aber auch bewährt.

Hat allerdings ein (emaillierter) Gusseisentopf Schäden durch abgeplatztes Emaille, dann vermute ich drei Ursachen:
Für einen solchen Topf wurden zwar gute Materialien verwendet, aber bei seinem Herstellungsprozess wurde an irgendeiner Stelle geschlampt.
Oder nur die Emaille an sich war minderwertig.
Oder der Topf war eigentlich ordentlich hergestellt, wurde aber im Laufe seiner Benutzung zu hart ran genommen.
Beste Grüße
Mika

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