Richtig wäre es den Sauer (präzise ASG) mindestens einmal pro Woche aus der Kühlung zu nehmen, aufzufrischen und wieder abzukühlen, ein Aufwand für den privaten Bäcker, der in den seltensten Fällen dauerhaft durchgeführt werden kann.
Doch das ist machbar, sogar sehr gut. Meinen ST pflege ich seit ein paar Jahren auf diese Weise, wenn er nicht zum Einsatz kommt, dann wird er ca. alle 10-14 Tage auffrischt, das ist wirklich keine große Akion und auch in einem Geschäftshaushalt machbar. Auch mal 3 Wochen Futterpause hat ihm nicht geschadet.
Bei straffem Zeitplan kommt zur Triebunterstüzung 0,5 -1 % Hefe in den Brotteig, die Brote gelingen und schmecken.
Ob jemdand nun RZS nimmt oder Hefe , klar das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich bevorzuge die Hefe, weil ich stolz bin auf meinen mehrere Jahre alten ST aus eigener Züchtung, der einmalig ist.
Die Profis setzen ihren ST regelmäßig mit Hochzucht-ST an, sie kennen die Probleme bereits und brauchen einen berechenbaren, wiederholbaren Trieb. Wir nutzen diese Möglichkeiten, ohne daraus gleich eine Mission zu machen, wer mit seinem ST zurechtkommt, kann es gerne tun. Allerdings gibt hier auch der Satz "das Bessere ist ein Feind des Guten"
Schon Generationen vor uns wurde Brot gebacken, ganz ohne RZS und technische Hilfsmitten und die Brote waren wahrscheinlich sogar besser, als viele Brote die es heute so zu kaufen gibt. Im Hobbybäckerbereich spielt doch das ideale Verhältnis von Milch- und Essigsäurebakterien eine eher geringe Rolle, es muss bei uns nicht jedes Brot gleich schmecken. Solange die Brote gelingen und essbar sind, ist doch alles im grünen Bereich, ob da mal ein Brot etwas mehr oder weniger Säure enthält, das ist doch zweitranig.
Zuletzt geändert von ML62 am Di 24. Jan 2012, 15:11, insgesamt 1-mal geändert.