Also vielleicht kann dir das hier noch jemand besser erklären, als ich, aber das Prinzip ist folgendes: Dein ASG enthält Sauerteighefen, Milchsäurebakterien und vermutlich noch jede Menge andere Mikroorganismen. Für einen triebstarken Sauerteig musst du die Hefen aktivieren. Sind sie aktiviert und stimmen die Bedingungen, vermehren sie sich. Dazu musst du ihnen frische Nahrung geben (Mehl) und ein optimales Klima schaffen (Temperatur und PH-Wert, der PH-Wert wird durch die Milchsäurebakterien gesteuert, die je nach Temperatur mehr milde Milch- oder mehr saure Essigsäure produzieren). Das frische Mehl im Verhältnis von 1:10 (resp. 1:20) ist notwendig, um diese optimalen Bedingungen zu erreichen.
Setzt du den Sauerteig nur als Aromaträger ein, kannst du ihn direkt aus dem Kühlschrank zugeben. Du brauchst dann zusätzlich noch 1-2% Frischhefe, bezogen auf die Mehlmenge. Wenn du so vorgehst, würde ich das ASG aber direkt aus dem Kühlschrank verwenden und nichr noch draussen stehen lassen. Dieses ASG ist bereits überreift. Sobald es aber an die Wärme kommt, beginnen die Hefen wieder mit der Gärung, produzieren Alkohol, werden geschwächt und sterben schliesslich langsam ab, weil keine frischen Nährstoffe da sind und die Alkoholkonzentration (irgendwann dann) zu hoch wird. Soooo in der Hoffnung, bei dieser Vereinfachung keine groben Fehler gemacht zu haben, lasse ich den Paragraphen mal stehen

sonst bitte gerne korrigieren!
Also Dinkel ist ja ziemlich heikel wenn's um Säure geht. Da würde ich max. 20% der Mehlmenge in einen sehr milden, triebstarken Sauerteig verwandeln. Wenn du einen jungen, eher noch sauren Starter hast, höchstens 10%. Natürlich hängt es noch davon ab, wie das Mischverhältnis Weizen:Dinkel ist.
Zum Vorgehen:
1. ASG auffrischen => ca. 12h warm stehen lassen
5 g ASG
10 g Mehl
10 g Wasser
2. Sauerteig ansetzen => ca. 12-18 h warm (28-30°C) stehen lassen
5 g ASG, aufgefrischt
100 g Dinkelvollkornmehl
100 g Wasser
3. Hauptteig ansetzen
200 g Dinkelsauerteig
150 g Dinkelvollkornmehl
250 g Weizenvollkornmehl
250-300 g Wasser, kalt
11 g Salz
5 g Frischhefe (je nach Triebstärke des Sauerteiges)
Gut auskneten, schön aufgehen lassen und dazwischen jeweils aufziehen / strecken und falten (ca. alle 30 Minuten während 2 Stunden). Formen oder in eine Backform geben, nochmals 60 Minuten gehen lassen. Bei 250°C während ca. 50 Minuten backen. Evtl. nach 10 Min. auf 220°C reduzieren und den Ofen einfach langsam fallen lassen, ohne die Tür zu öffnen.
Wenn du das Wasser mehr binden willst, kannst du 40 g Mehl aus dem Hauptteig nehmen, 160 g Wasser aus dem Hauptteig aufkochen und über das Mehl giessen. Dies gut auskühlen lassen. So entsteht ein Brühstück, der Teig lässt sich dann einfacher handhaben. Vergiss aber nicht, die Mengen im Hauptteig abzuziehen!
Für Aroma sorgt 25 g geröstetes Altbrot, das du mit 25 g Wasser aus dem Hauptteig verquellen kannst. Alternativ kannst du enzyminaktives Malz oder Honig hinzugeben (ca. 10-15 g).