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Mehlgemisch, mein Plan ...

Hier kannst Du als Anfänger alles fragen, was zum Brotbacken gehört.

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Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon Urbrot » Di 10. Nov 2020, 22:52

Hallo, mir stellt sich die Frage "aus welchem Mehl soll mein Brot sein?" und ich möchte mal ein paar Gedanken in den Ring werfen. Das Brot soll ein gesundes, bekömmliches und geschmackvolles Sauerteigbrot für den Dauergebrauch werden. Hier der Plan:
25% Hartweizen, rimacinata (kommt Mehl sehr nahe)
25% Weichweizen 1050er
25% Gerste, Vollkorn falls möglich
25% Roggenvollkorn
Gerste ist sicherlich das gesündeste Getreide von den uns bekannteren Getreidesorten. Die Ägypter hatten damit ihre Pyramiden gebaut und die Gladiatoren wurden "Gerstenfresser" genannt. Ich hätte am liebsten ein reines Gerstenbrot. Dummerweise ist Gerste recht fad und ihr fehlt auch das Gluten für einen elastischen Teig. Daher mische ich noch Weizen dazu. Vom Weizen hätte ich am liebsten den Hartweizen, weil er der hochwertigere und gesündere Weizen ist. Dummerweise ist auch der recht fad. Daher bringe ich noch den Weichweizen mit ins Brot, er ist elastisch und aromatisch, doch anteilig will ich in gering halten. Nun ist geschmacklich vor allem der Roggen hervorragend, er gibt eine Tiefe ins Aroma, die man ohne ihn einfach nicht erreicht. Dummerweise macht zuviel Roggen den Teig glitschig und klebrig, unelastisch und schwer verdaulich. Daher halte ich auch den Roggen anteilig gering. Summa summarum komme ich zum 25-25-25-25-Plan als Gleichgewicht zw. Gesundheit, Bekömmlichkeit und Geschmack. ( Ferner soll der Weizen kalt als Hefeteig hochgezogen werden; Roggen und Gerste warm als Sauerteig; und letztlich alles zusammengeknetet und nochmal etliche Stunden vor dem Backen fermentiert werden. ) Was haltet Ihr davon? Kommentare, Ideen, Kritik?
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Re: Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon Espresso-Miez » Mi 11. Nov 2020, 10:45

Urbrot hat geschrieben:Dummerweise macht zuviel Roggen den Teig glitschig und klebrig, unelastisch und schwer verdaulich.


Das kann ich alles nicht nachvollziehen, aber wenn Du Roggen schlecht verträgst musst Du die Menge wohl gering halten.
Für mehr "gesund" im Brot würde ich statt Weizen Urgetreide verwenden. Bei den Urkornpuristen (z.B.) bekommst Du das ganz fein gemahlen.
Viele Grüße,
die Miez
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Re: Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon Eliza » Mi 11. Nov 2020, 12:42

Nur mal so am Rande, meines Wissens nach ist Hafer das gesündeste Getreide, weil es hochwertiges Eiweiß und wichtige Fettsäuren enthält...

Darüberhinaus würde ich ebenfalls zu Urgetreide greifen. Die Leute von den o. g. Urkornpuristen haben eine tolle Qualität.

LG, Eliza
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Re: Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon Renila » Mi 11. Nov 2020, 13:54

Espresso-Miez hat geschrieben:
Urbrot hat geschrieben:Dummerweise macht zuviel Roggen den Teig glitschig und klebrig, unelastisch und schwer verdaulich.


Das kann ich alles nicht nachvollziehen, aber wenn Du Roggen schlecht verträgst musst Du die Menge wohl gering halten.
Für mehr "gesund" im Brot würde ich statt Weizen Urgetreide verwenden. Bei den Urkornpuristen (z.B.) bekommst Du das ganz fein gemahlen.


Hier habe ich auch ein bisschen gestutzt - du möchtest doch mit Sauerteig backen, oder? Dann ist ja auch mehr Roggenanteil möglich. Und wenn du persönlich ungern Weizen möchtest, nimm doch einfach Dinkel :) Ist vom Kleber her nicht so stark wie der Weizen, aber potentiell etwas "gesünder". Wobei das natürlich stark von der Sorte abhängt, ich denke auch, dass du mit Elizas Tipp, den Urkornpuristen, gut beraten sein könntest.
Grüße von Renila

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Re: Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon Urbrot » Mi 11. Nov 2020, 16:04

Hallo! Das mit den Alten Getreidesorten finde ich interessant, habe sogar auch einen Bioladen in der Nähe der Emmer und Einkorn hat und auch vor Ort mahlt. Werde das auf jeden Fall mal kaufen. Eine Frage dazu, warum gibt es keinen Ur-Hartweizen? Auch vermisse ich verschiedene Aschegrade von Hartweizen. Dabei ist er gesundheitlich dem Weichweizen vorzuziehen hab ich gehört. Es gibt nichmal Hartweizenmehl zu kaufen in Deutschland (online mal abgesehen), ich muss in ein Spezialgeschäft fahren um fein gemahlenen Grieß zu bekommen, aber Mehl bekomme ich nicht. Finde ich merkwürdig ... woran liegt das?
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Re: Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon _xmas » Mi 11. Nov 2020, 16:42

Alle sagten: das geht nicht.
Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat´s einfach gemacht.
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Re: Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon Mikado » Mi 11. Nov 2020, 16:47

Urbrot hat geschrieben:Es gibt nichmal Hartweizenmehl zu kaufen in Deutschland (online mal abgesehen), ... aber Mehl bekomme ich nicht. Finde ich merkwürdig ... woran liegt das?

Weil Klebereiweiße nicht gleich sind, weil Backeigenschaften anders sind als z.B. beim „normalen Weizen“ usw...
https://www.mein-mehl.de/getreide/getre ... tgetreide/
https://www.mein-mehl.de/getreide/getre ... izendurum/
https://www.widdersberg.de/bhw/data/mehl_getreide.html
...tiefergehende Einzelheiten kannst du noch via Suchmaschinen finden ;) .
Beste Grüße
Michael

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Re: Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon _xmas » Mi 11. Nov 2020, 17:20

Sorry, aber warum willst du nicht online kaufen?
Mein Bioladen hat das allerdings auch gemahlen.
Alle sagten: das geht nicht.
Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat´s einfach gemacht.
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Re: Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon Mikado » Mi 11. Nov 2020, 17:23

Ulla, du hattest etwas weiter oben Khorasan-Weizen verlinkt, nicht Hartweizen. Ich kann mir vorstellen, dass Khorasan als Hybride/Wildform von Hartweizen nicht ganz dasselbe ist wie der heutige Hartweizen.
Beste Grüße
Michael

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Re: Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon Eliza » Mi 11. Nov 2020, 18:19

Ich verstehe nicht ganz, warum so großen Wert auf Weizen gelegt wird, wenn der Fokus doch ganz klar auf Gesundheit liegt... :? Die modernen Weizensorten sind doch nur auf Ertrag gezüchtet...

LG, Eliza
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Re: Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon Urbrot » Mi 11. Nov 2020, 19:22

Ja, ich bin tatsächlich noch ein bisschen unentschlossen und weiß noch nicht was ich genau will, aber deshalb freue ich mich über die vielen Vorschläge. Der Kamut käme als Hartweizenersatz wohl in Frage, darüber muss ich mal nachdenken ...
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Re: Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon Mimi » Mi 11. Nov 2020, 19:33

Hallo Urbrot, warum machst Du Dir als Brotbackneuling so viele endlose Gedanken um die biochemischen Vorgänge oder in diesem Fred die Entwicklung eines Brotrezeptes?

Man muss doch erstmal probieren, ob man ein vorgegebenes und mehrfach erprobtes Rezept auch backtechnisch eigenständig umsetzen kann. Es gibt beim Brotbacken so viele Parameter, die man beachten muss. Schon das alleine ist eine Wissenschaft für sich.

Ich empfehle Dir ein Gerstenbrot-Rezept von Irmgard von Wildes-Brot.de

Irmgard ist auch bei uns im Forum unterwegs und für Fragen immer offen.

Das Rezept ist schon anspruchsvoller, aber ich glaube Du suchst diese Herausforderung, gepaart mit gesundheitlichen Aspekten.

Also trau Dich. Du verlierst sonst Dein eigentliches Ziel aus den Augen.

Ich würde mich freuen, in der Backwoche ein Brot von Dir zu sehen.
Liebe Grüße Mimi

Tu Deinem Körper etwas Gutes, damit Deine Seele Lust hat, darin zu wohnen. (Teresa von Avila)
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Re: Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon Urbrot » Do 12. Nov 2020, 02:52

Naja, das ist wohl eher Brot mit Gerste, aber wenn da 20% Gerste drin ist würde ich das nicht "Gerstenbrot" nennen. Ich habe schon Schwierigkeiten überhaupt an Vollkorn-Gerste ranzukommen, wo kauft Ihr die? Gerste ist wohl das Urkorn schlechthin (ägyptische Hieroglyphe für Korn zeigt ein Gerstenkorn) und ausgerechnet Gerste haben die "Urkornpuristen" nicht ...
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Re: Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon Mikado » Do 12. Nov 2020, 10:29

Urbrot hat geschrieben:Naja, das ist wohl eher Brot mit Gerste, aber wenn da 20% Gerste drin ist würde ich das nicht "Gerstenbrot" nennen.

Doch, es Gerstenbrot zu nennen, das ist schon korrekt. Wer als Hobby für den Privatgebrauch bäckt, kann es nennen wie man will, aber offizielle Leitsätze betreffs Brot erlauben die Bezeichnung Gerstenbrot bei 20% Gerstengehalt - siehe Link und dort Seite 5 unten.

Ich habe schon Schwierigkeiten überhaupt an Vollkorn-Gerste ranzukommen, wo kauft Ihr die?

Da gibt es genügend, du kannst jederzeit Suchmaschinen bemühen.
Ansonsten selbst mahlen...
Beste Grüße
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Re: Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon hansigü » Do 12. Nov 2020, 15:33

Urbrot hat geschrieben: Gerste ist wohl das Urkorn schlechthin (ägyptische Hieroglyphe für Korn zeigt ein Gerstenkorn) und ausgerechnet Gerste haben die "Urkornpuristen" nicht ...


Das hat auch seinen Grund. Gerste ist backtechnisch nicht ganz so gut, um nicht zu sagen schlecht, und es wird sicherlich kaum nachgefragt!
Gruß Hansi


In der Not isst der Bauer die Wurs(ch)t auch ohne Brot!
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Re: Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon Urbrot » Do 12. Nov 2020, 17:22

Ja, sehe ich auch so. Gerste auf mehr als 25% Anteil zu erhöhen hat bei mir weder geschmacklich noch backtechnisch geklappt. Aber ganz rauslassen möchte ich es nur ungern, dafür ist es mir zu wertvoll.
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Re: Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon Satyrion » Do 12. Nov 2020, 18:10

Also wenn ich Gerste geniessen möchte, dann mache ich mir eine Flasche Bier auf. Und wenn ich gesundes Getreide essen möchte, dann geniesse ich mein selbst gemachtes Müsli. Beim Brot bin ich da eher bei den gebräuchlichen Mehlen und verwende sogar „ungesunden Weizen“ :-) Die Spanier, Italiener, Griechen usw. wären schon längst ausgestorben wenn Weizen so schlimm wäre.
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Re: Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon _xmas » Do 12. Nov 2020, 18:29

@satyrion :lol: :lol: :lol:

Ich habe vor einigen Jahren mit Beta-Gerste gebacken. Um ein gelungenes Brot herzustellen, habe ich möglichst nie mehr als 20% Gerste zum Mehlgemisch gegeben. Als der 5 kg Sack leer war, fühlte ich mich nicht gesunder als vorher.
Einige Einkaufsquellen für (Beta-)Gerste (Korn) gibt es mittlerweise nicht mehr. Warum?

Die Urkörner sind alle klasse, und meiner Meinung nach braucht es nicht unbedingt Gerste, um sich wohlzufühlen und gesundes, schmackhaftes Brot zu backen. Wenn man dann mal ordinären Weizen verbackt, landet man deswegen auch nicht im Grab.

Gesunde Ernährung? Unterm Strich wird abgerechnet.
Es spielen im Leben so viele Faktoren eine Rolle.
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Re: Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon Urbrot » Do 12. Nov 2020, 19:08

Ich habe mich eben aufs Backen für kranke und schwache Därme spezialisiert. Da gucke ich schon ins Detail. Wenn Du putzmunter bist kannst Dir alles mögliche "erlauben".
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Re: Mehlgemisch, mein Plan ...

Beitragvon hansigü » Do 12. Nov 2020, 20:34

Vollkorn für kranke und schwache Därme ist aber total Kontraproduktiv, da gehört Zwieback o.ä. verabreicht!
Gruß Hansi


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