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Backen mit Hokaidokürbis

Hier kannst Du als Anfänger alles fragen, was zum Brotbacken gehört.

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Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon Andreas2233 » Fr 21. Sep 2012, 00:14

Moin Moin,

obwohl ich nun schon über 25 Jahre koche habe ich noch nie mit Kürbis gearbeitet. Hat sich irgendwie bisher nicht ergeben.
Jetzt habe ich zwei kleine Hokaido Kürbise gekauft. Je ca. 1 Kilo schwer.
Aus einem möchte ich eine Suppe kochen, da sehe ich keine Probleme drin.
Doch den zweiten möchte ich verbacken.
Zum Einen hätte ich gerne einen Kürbisstuten und zum Anderen gerne Brötchen.

Wie muss nun der Kürbis zum Backen vorbereitet werden?
Da ich einige Rezepte bei CK gelesen habe, vermute ich mal, dass ich ein Mus kochen muss.
Ich hätte eine Passiermühle (flotte Lotte) oder einen Zauberstab zur Verfügung.
Wie fein soll das Mus sein? Muss ich das Mus auspressen oder kann ich die Wassermenge zum Teigen nutzen?
Wie viel Kürbismus benötige ich auf 800 Gramm Gesamtmehlmenge?

Aus dem Großmarkt habe ich grüne Kürbiskerne aus der Staiermark mitgebracht.
Wie viele davon werden dem Teig zugesetzt? Zuvor wollte ich sie rösten. Müssen die vorgequollen sein?
Als Dekor will ich sie nicht einsetzten, mir fällt der Dekor in der Truhe immer ab.

Den Stutenmöchte ich gerne im Kasten backen, ergibt einfach schönere Scheiben.
Da dachte ich daran ein Rezept für Rosienenstuten abzuwandeln.
Wichtig wäre, dass nicht zuviel Zucker benötigt wird. Mein Diabetes macht auch so schon was er will.

Folgende Mehlsorten hätte ich im Haus:
WM Typ 405, 550, 550 mediterran, 1050 und Hartweizenmehl sowie Weizenfeinschrot
Roggen wollte ich eher nicht verwenden.

Ich freue mich auf Eure Vorschläge.
M f G
Andreas

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Re: Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon Greeny » Fr 21. Sep 2012, 07:15

Moin moin

Das mit dem Mus ist genau richtig.
Wie grob oder Fein ist Geschmackssache.

Rezepte gibt es hier und da das eine oder andere.


Kürbisstuten Das Rezept eignet sich auch für normale einfache Brötchen.

Kürbisbrot

Kürbisbrot

Bitte 3 unterschiedliche zur Auswahl, viel Erfolg wünsche ich. ;)
Bis dann
Thomas


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Re: Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon steinbackofenfreund » Fr 21. Sep 2012, 07:39

Hallo Andreas,

schau mal hier: Kürbisstuten
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Re: Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon Greeny » Fr 21. Sep 2012, 08:05

Moin moin

Na nun muss das ja endlich was werden.

Danke für das Rezept Steini.
Bis dann
Thomas


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Re: Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon Lenta » Fr 21. Sep 2012, 09:31

Hallo Andreas, den Kuerbisstuten von Nina den dir Christian verlinkt hat habe ich auch schon gebacken, luftig, fluffig, lecker.
Kuerbisbrote sind dir ja auch schon einige verlinkt worden, dann werfe ich mal nur noch ein Rezept fuer Kuerbisbroetchen in den Raum.
Liebe Grüße, Lenta
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Re: Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon Little Muffin » Fr 21. Sep 2012, 09:56

Ah gut das das hier mal erwähnt wird. Ich habe mal drüber nachgedacht, aber weil ich keinen Kürbis vertrage, auch nie in den Rezepten nachgelesen. Dachte bislang, der würde nur gerieben, aber das geht wohl gar nicht, der ist ja recht hart. :sp
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Liebe Grüße, Daniela
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Re: Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon ML62 » Fr 21. Sep 2012, 10:30

@Muffin
Dachte bislang, der würde nur gerieben, aber das geht wohl gar nicht, der ist ja recht hart.
Doch das geht ganz prima, einfach grob reiben oder im Mixer zerkleinern.
Rezepte siehe hier:
http://www.der-sauerteig.com/phpBB2/vie ... 0173#70173
http://www.der-sauerteig.com/phpBB2/vie ... 0491#70491
http://www.der-sauerteig.com/phpBB2/vie ... 5499#55499

@Andreas
Wie viele davon werden dem Teig zugesetzt? Zuvor wollte ich sie rösten. Müssen die vorgequollen sein?
Menge ist geschmacksache, würde aber nicht mehr als ca. 10-15 % nehmen. Größere Mengen Saaten würde ich immer vorher einweiche, ziehen dann keine Feuchtigekeit aus dem Teig und sind auch saftiger
Zuletzt geändert von ML62 am Fr 21. Sep 2012, 10:33, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Back-Grüße
Marla
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Re: Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon Lenta » Fr 21. Sep 2012, 10:30

Also in meinem Rezept wird der Kürbis gedämpft und püriert.
Liebe Grüße, Lenta
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Re: Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon Greeny » Fr 21. Sep 2012, 12:03

Moin moin

Danke Marla, das sind ja auch nochmal drei tolle Rezepte. :top
Das für die Brötchen habe ich schon zu Hause, die muss ich jetzt aber wirklich mal ausprobieren. :ma
Bis dann
Thomas


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Re: Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon Andreas2233 » Fr 21. Sep 2012, 17:36

Moin Moin,

vielen Dank für die vielen Rezepte!
Sobald ich etwas vorzeigen kann wird es veröffendlicht.
Für morgen sind wieder vier Sorten Brötchen geplant. Unter anderem will ich Müeslibrötchen mit Malzbier backen.
Eine Prämiere für mich, bin mal gespannt wie süß die werden. Wenn sie zu süß werdenmuss ich sie alleine essen, meine Frau mag solche Brötchen nicht.
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Re: Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon Andreas2233 » Sa 22. Sep 2012, 19:40

Hallo,

heute habe ich Kürbisbrötchen gebacken.
Zuerst habe ich den Kürbis gewaschen und dann halbiert. Die Kerne heraus genommen und klein geschnitten.
In einem Topf mit einer Tasse Wasser bei kleiner Hitze weich gedünstet. Das Wasser hatte nicht ausgereicht, deshalb habe ich noch ein wenig Milch dazu gegeben.
Später dann mit dem Pürierstab gemust.

Von dem fertigen Mus habe ich dann 350 Gramm auf 800 Gramm Mehlmenge genommen. Dazu noch geröstete Kürbiskerne und etwas Lievito Madre.

Die Farbe ist ja sehr gewöhnungsbedürftig, der Geschmack hat mich etwas enttäuscht. Vielleicht hätte ich mehr Mus verbacken sollen. Das werde ich bei der nächsten Fuhre probieren. Das restliche Mus ist eingefroren.
Der zweite Kürbis wird dann zur Suppe.

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Gerne hätte ich heute mehr Fotos gemacht doch der Accu war leer und musste geladen werden.
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Re: Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon babsie » So 23. Sep 2012, 07:12

na, dann mal aus meinem persönlichen KEB (Kocherfahrungsbuch)

1. Kürbis muß reif sein, sonst schmeckt er nicht oder nicht so ausdrucksvoll
erkennbar am Stiel, dieser sollte schon eingetrocknet oder zumindestens stark holzig und eingerissen sein, Kenner lassen jeden Kürbis nachreifen (2-30 Wochen), Butternut und andere Sorten halten über ein Jahr und werden immer besser. Also lagern und einmal die Woche kontrollieren, Faulstellen entstehen durch Beschädigungen der Haut, immer nur Früchte mit Stiel kaufen oder ernten, da hält er viel länger

2. Kürbishaut enthält Geschmacksstoffe
nicht nur beim Hokkaiodo kann man die Haut mit zubereiten, sie enthält neben Geschmack auch Färbestoffe, die häufig zum optischen Erlebnis beitragen. Die phantastische Farbe des Hokkaiodo würde ich niemals im Gericht vermissen wollen. Muskatkürbisse haben neben der dunkelgrünen Haut auch teilweise dieses herrliche rot (die dunkelgrünen schäle ich deshalb). Faustregel. nach dem Backen die Haut einstechen, kann sie mitverwendet werden.

3. Kürbis ist eine Wasserpflanze
will sagen, er besteht aus sehr viel Wasser, das stört nicht nur beim Brotbacken (TA verwässert). Wasser verwässert auch den Geschmack. Und meistens fällt schon bei einem Kürbis jede Menge Fleisch an, selbst für größere Familien mehr als aureichend. Konservierung ist deshalb vorteilhaft und geschmackssteigerend.

4. Konservierung Tiefkühltruhe
in Stücken einfrieren und beim auftauen auf ein Sieb geben, die geplatzten Zellen geben ihr Wasser ab und übrig bleibt nur das reine Fleisch. Leider geht mit dem Wasser ein Teil Aroma mit ab, und der Platz in der Truhe ist immer beschränkt.

5. Konservierung Schraubgläser
hat sich bei mir als die optimale Methode gezeigt, einmal im Platzbedarf der Vorratshatung, aber auch für den Geschmack. Am Backtag einfach den heißen Ofen nutzen, am besten vor dem Brotbacken. Schraubgläser mit wiederverschließbarem Deckel hat jeder (Marmelade ect.)

6. Vorbereitung und Backvorgang
wer selbst Samen nimmt Kürbis halbieren und Samen entnehmen, Frucht wieder zusammensetzen. Bei größeren Früchten die Schnittfläche nach unten aufs Blech legen, dieses vorher mit Alufolie oder Backfolie belegen. Wer keine Samen nimmt Kürbis mehrfach mit dem Messer anstechen (ganze Frucht) oder mit Samen halbiert auflegen. Bei 180-220 Grad so lange backen bis er weich ist (je nach Sorte 15-25 min). Wenn das Messer leicht durch die Haut geht ist er fertig (siehe 2, manche bleiben dauerhaft fest).

7. Schraubgläserkonservierung
Frucht entnehmen, umdrehen und mit dem Löffel das Fleisch ausschaben, bei Verwendung der Haut einfach in kleinere Stücke zerschneiden. Kerne natürlich entfernen. Mit einem Zerhacker diese Masse pürieren, so heiß wie möglich in Schraubgläser füllen (so voll wie möglich) und verschließen. Normalerweise reicht es, diese vorher desinfizieren Gläser umzudrehen und etwa 5 min so stehen zu lassen. Gläser können leicht in der Mikrowelle desinfiziert werden. Einen Löffel Wasser hinein, Deckel auflegen (nicht zudrehen) und 4-5 min drehen lassen, das kochende Wasser desinfiziert prächtig.
Vorsichtige (wie ich) stellen die Gläser aber in einer Reine und einem Fußbad in den erkaltenden Ofen und sterilisieren sie richtig (90 Grad etwa 30 min), es gibt auch schon gute Einkochapparate.

8. Verwendung Kübismus
das so enstandene Kürbismus hat eine wunderbare Farbe (Hokkaido, Muskat ect) und besteht ausschließlich aus Geschmack, weil das Wasser durch den Backvorgang praktisch verdampft wurde, ist streichbar wie Marmelade und für praktisch alles zu gebrauchen. Also z.B. als Nudelfüllung (solo 0der mit Ricotta), als Zusatz für Soßen und natürlich auch als Basis für Kürbissuppe. Gut kalt mit Frischkäse oder auch nur solo auf ein Kürbisbrot. Für diese Verwendung salze und pfeffere ich einige Gläser, die extra ausgezeichnet werden. Sehr gut passen Curry und Kokosmilch zum Kürbismus.

9. Kürbismus zum Brotbacken
und endlich nun, für das Kürbisbrot. Das Mus kann als Zuschlag zu jedem Brot verwendet werden, natürlich hauptsächlich zum Kürbisbrot. Änderung der TA ist nicht erforderlich, Teig wird sofort intensiv gefärbt und "geschmackig". Ein Marmeladenglas (450 g) kann auf 2 kg Mehl verwendet werden, oder auch weniger.
Dazu passen im Teig geröstete und gesalzene Kürbiskerne, oder/und Kürbisstreifen (Julienne). Diese sollten frisch am Ende des Knetvorgangs zugegeben werden, sonst werden sie in kleinste Stücke zerrissen. Wer Kürbisbrot auch im Sommer haben will kann diese Juliennestreifen auch vorbereiten und einkochen. Roh in ein verschließbares Glas geben und sterilisieren. Sie werden aber dadurch recht weich und sind besonders empfindlich beim Kneten, ich versuche immer rohen Kürbis zu verwenden.

10. Sorten
Geschmack ist überall verschieden, und Kürbisse gibt es für jeden Zweck. Im Handel sind auch nicht viele Sorten, aber bei einem Kürbisbauer kann man sich den Burschen mal nähern und auch beraten lassen.

Hokkaiodo ist die meistens gehandelte Sorte, sehr gut in Farbe und mit Haut, auch nur kleine Früchte im Handel, sehr gut verwendbar in allen Sorten

Muskatkürbis gibt es in unzähligen Formen, immer hervorragender Geschmack und Farbe (schlägt den Hokkaido um Längen), am meistens im Handel ist "Muscat de Provence" mit tiefdunkelgrüner Haut, bei Auswahlmöglichkeit immer zu den Muskatsorten greifen.

11. Anbau
Samen vom Kürbis des persönlichen Geschmacks nehmen, waschen und auf Zeitungspapier einige Tage trocknen lassen, im Briefumschlag beschriftet lagern. Ende April im Topf etwa 3-4 cm tief legen, nach den Eisheiligen aussetzen. Ein guter Kürbis braucht 3-4 Qadratmeter, und Wasser, Wasser, Wasser ... (an heißen Tagen schon mal 50 l und mehr). Wenn die ersten Ranken 6-8 Blätter haben entspitzen. Die so entstehenden Seitentriebe bilden sofort weibliche Blüten, die Langtriebe meistens männliche. Je Seitentrieb maximal 2 Früchte belassen, dann wieder entspitzen. Wer ritzen will kann seinen Spruch mit einem Nagel ect. in die Haut einbringen, wenn die Früche größer sind als eine Kokosnuß. Ernte so spät wie möglich, Stiel sollte trocken sein, Kenner warten bis zum ersten Frost. Nur die allerersten Kürbisse wegnehmen, wenn der Stiel eingetrocknet ist und sie verwertet werden sollen (oder bei Beschädigungen der Haut)

@ Andreas
nochmal ein Kürbisbrot probieren, diesmal ohne "Wasserkürbis" und auf die Reife der Frucht achten, versuchsweise mal mit einem Schuß Kokosmilch probieren
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Re: Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon nr15 » So 23. Sep 2012, 09:35

Oh, Muskatkürbis muss man auch nicht schälen? Danke für den Tipp.

Übrigens passiere ich das Fleisch nicht sondern gebe es gebacken in großen Würfeln direkt zum Mehl, ohne weitere Flüssigkeit. Es dauert etwas bis der Teig homogen ist, aber das ist mit meiner Assistent kein Problem. Spart einen Arbeitsgang und etwas Abwasch.
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Re: Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon ML62 » So 23. Sep 2012, 11:48

@ babsi
sehr interessant.
Danke für die ausführlichen Infos :top
Liebe Back-Grüße
Marla
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Re: Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon Andreas2233 » So 23. Sep 2012, 17:32

Hallo Babsi,

ich möchte mich Marla anschließen und mich herzich für Deine Informationen und Mühen bedanken.

Bisher kannte ich nur den süß-sauer eingelgten Kürbis aus dem Glas oder eben die angebotenen Fertigprodukte vom Bäcker.

Dank Deiner Mühe werde ich mich nun stärker mit dem Kürbis beschäftigen.
Meiner Frau haben die Brötchen sehr gut geschmeckt. Deshalb werde ich wohl einige Gläser nach der von Dir beschriebenen Methode einkochen.
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Re: Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon babsie » Mo 24. Sep 2012, 07:03

noch ein Zusatz für die Verwendung der Kürbisschale (außer Hokkaido)

für ein reines Kürbismus verwende ich die Schale normalerweise nicht, sie ist trotz Pürierstab und weichgekochter Konsistenz härter als das Kürbisfleisch, und könnte damit stören. Auch macht sich z.B. dunkelgrüne Schale bei dem phantastischen Orangerot des Muskats nicht immer optimal für den optischen Genuß. Für den Teig hingegen sind diese Schalenstückchen optisch hervorragend, und durch den Backvorgang werden sie auch wirklich weich. Die Haut sollte nur dann verwendet werden wenn nach dem Backvorgang das Messer leicht hindurchgeht, es gibt auch Varianten wo die haut wirklich zu hart bleibt. Durch Kreuzungen auch auf dem Feld kann man keine absolut sicheren Sorten benennen, bei denen die Haut immer verwendet werden kann. Stichtest ist hier also zwingend notwendig.

Probiert es mit 2/3 der Menge ohne Haut aus, und den Rest vor dem Einnfüllen mit Schale pürieren. Dann entschieden was gefällt. Muskatformen immer bevorzugen, dann Hokkaidotypen, und erst danach die restlichen Geschmackssorten.
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Re: Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon Andreas2233 » Do 27. Sep 2012, 01:43

Hallo babsi,

heute war ich bei einem Kürbisbauern einkaufen.
Der gute Mann war zwar sehr nett doch meine Fragen konnte er mir nicht wirklich beantworten.
Aber vielleicht kannst Du mir ja weiter helfen.
Ich wollte einen Muskatkürbis kaufen doch der Verkäufer konnte mir keine klare Antwort geben. Letzlich werden die Kübise von seiner Tochter angebaut, er verkauft sie nur.

Ich habe nur den Hokaido klar erkannt. Wie die anderen heißen weiß ich nicht. Doch da sie nicht teuer waren habe ich mal verschiedene mit genommen.
Vielleicht kannst Du mir ja etwas über die anderen erklären?

Wie heißt dieser? Er wurde mir als großer weißer verkauft.
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Ist das ein Muskatkürbis?
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Der hier wäre gut zum kochen. Mit etwas Hack und Zwiebeln dünsten. Stimmt das?
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Der kleine stammt noch aus dem Supermarkt, der größere vom Bauern. Beides Hokaido denke ich?
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Aus dem Großen hier will ich Mus machen und einkochen.
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Verglichen mit dem Hokaido ließ dieser sich recht einfacht teilen.
Nach dem ich ihn halbiert hatte habe ich die Kerne mit einem Esslöffel heraus gepuhlt. Danach habe ich ihn auf ein Backblech gelegt und 30 Minuten bei ca. 200°C gebacken.


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Als er aus dem Ofen kam hatte ich versucht die Haut abzuziehen. Das ging nur sehr mühsam. Wie schählst Du den Kürbis?
Nachdem ich mit dem Schälen nicht wirklich weiter kam habe ich ihn klein geschnitten und in eine Passiermühle gegeben. Das hat auch nicht wirklich geklappt. Das Fleisch war noch viel zu fest dafür.
Darauf hin habe ich ihn in einen Topf gegeben und bei schwacher Hitze geköchelt. Jetzt ist er weich!
Morgen will ich die Masse mit dem Pürierstab mixen und in Gläser füllen. Leider ist doch noch sehr viel Flüssigkeit in der Kürbismasse. Einen Teil davon habe ich bereits entnommen und die Kürbis- und Sonnenblumenkerne für morgen einzuweichen.

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Kannst Du mir bitte beschreiben wie ich den grünen Kürbis verarbeiten muss?
Vor allem mit oder ohne Schale. Die Kerne möchte ich aufheben und versuchen im nächstenJahr selbst Kürbis anzubauen.
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Re: Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon epona » Do 27. Sep 2012, 07:57

@ Andreas
Ich bin zwar nicht babsie, aber ich versuche zu Antworten.

1. ist wahrscheinlich ein normaler Garten Kürbis
2. Muskatkürbis
3.Patisson - zum Füllen geeignet, leicht braten, die ganz kleinen, etwas in Salzwasser kochen und dann in Butter schwenken, als Gemüse beilage
Ich gebe Dir noch einen Link, http://www.ziltendorf.com/service/Rezepte/Halloween/kuerbis.htm
Viele Grüße epona
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Re: Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon babsie » Do 27. Sep 2012, 08:27

schon recht anständig, was Du da angeschleppt hast, Andreas

epona hat recht, der dunkelgrüne müßte ein Muskatkürbis sein, der dritte weiße Kürbis hat andere Fleischeigenschaften und eignet sich vsl. zum Braten sehr gut (Kürbisschnitten, Kürbis mit Kartoffeln gebraten), aber der Reihe nach

Gartenkürbis (der erste) ist ein weitverbreiter Kürbis in vielen Varianten, der auch sehr groß werden kann (Gelber Zentner, und das wörtlich nehmen). Geschmacklich ganz unten auf der Skala, den sollte man nur anziehen wenn ein Feld mit überschüssigen Platz vorhanden ist. Hat weder eine anständige Fleischfarbe noch ausgeprägten Geschmack. Bestenfalls backen und mit viel Gewürzen untermengen (Kartoffelbrei ect.), in der Suppe viel zu fade. Den Namen würde ich nicht in Verbindung mit der Sorte bringen, aber einmal kenne ich nur einen Bruchteil der Sorten, und diese sind auch nicht immer rein im Handel. Kann also sein daß die Samen unter dem Namen bestellt wurden, aber auf dem Feld einer fremdgegangen ist. In Italien ist dieser Typ nur Schweinefutter ...

Beim dunkelgrünen (zweiten) wirst Du beim Aufschneiden schon die herrlich lachende Farbe eines Muskatkürbis erkennen, leuchtend orangerot, und wenn er reif ist durftet er schon recht anständig. Ich würde ihn aber mindestens noch 3-4 Wochen lagern, wenn Du den Stiel ansiehst, richtig eingetrocknet ist er noch nicht, wurde also nicht optimal reif geerntet. Klar das der Bauer ihn vom Feld haben will, aber wenn er unverletzt ist (andere garnicht erst kaufen oder nur mit trockenem Stiel) dann gibt ihm die Lagerzeit nochmal einen deutlichen Geschmackschub. Vom Aussehen her übrigens einer der bekanntesten und besten Kürbissorten (Muscat de Provence), hier unbedingt Samen nehmen. Sein Fleisch eignet sich für die beschriebene Vermusung sehr gut, weich für eigentlich alles (sehr gut für Suppen), es färbt einfach zum verlieben schön.
Hier würde ich die Schale nicht hernehmen, sie verändert die wunderbare Fleischfarbe (grüne Punkte) und ist auch nicht wirklich lecker (ziemlich dick und deshalb kaum weich zu bekommen). Sonst kannst Du damit alles machen, wir füllen auch Cannelloni und Lasagne mit dünnen rohen Kürbisscheiben (Chili, Minze, Tomaten, ggf. ein wenig Hackfleischsoße) läßt sich damit auch prima machen. Sonst einfach ein wenig experimentieren, so sind wir z.B. auch auf Spaghetti mit Kürbisstreifchen gekommen (dünn schneiden, mit Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer in der Pfanne halbweich dünsten, Olivenöl dazu und die heißen Spaghetti mit etwas Kochwasser schwenken, Chili, Muskat, einen Hauch Fenchel, oder was Dir sonst noch einfällt).

Der weiße (dritte) hat ein sehr festes Fleisch und ist damit nicht gut für Mus geeignet, eine Selektion mit guten Brateigenschaften. Dabei soll das Stück ja nicht zerfallen sondern seine Form behalten (für Bratkartoffeln nimmt man ja auch festkochende). Beste Zubereitung bei hoher Hitze im Backofen (Kürbisschnitten ect.) oder mit Kartoffeln in der Pfanne. Dann frisches Olivenöl darüber. Er verträgt sehr gut intensive Würzung, Chili ist sein bester Freund. Probier mal als dem Asialaden die rote Currypaste dazu. Diese mit wenig Öl in die Pfanne geben und richtig heiß werden lassen, die Paste muß richtig zerrissen werden. Einen Löffel Zucker ankaramelisieren lassen und dann die Kürbisschnitten dazu, bei hoher Hitze braten und wenden. Optimal schmeckt er uns wenn die äußere Haut durch die Paste und den Zucker intensiv gebräunt ist (aber nicht schwarz, ggf. etwas Wasser oder Öl dazu) und innen dann das helle aber weiche Fleisch.

Zur Schale
Nach Deiner Beschreibung hast Du den Kürbis nicht lange genug gebacken, er muß so weich sein wie Butter bei 30 Grad Raumtemperatur. Das ist immer abhängig von der Größe, dem Reifezustand und auch der Temperatur und Feuchtigkeit im Ofen, deshalb lassen wir ja die Kerne und die weichen Teile als Dampfspender dabei, im Manz ist es eh dichter als bei anderen. Die Schale kann man auch nach dem Backen nie abziehen, entweder vorher großzügig abschneiden (Verletzungsgefahr bei scharfem Messer, die Haut ist teilweise hart und störrisch und man rutscht gerne ab) oder man schabt nach dem backen das weiche Fleisch von der Haut ab (Messer geht auch). Wir bevorzugen immer das Backen mit der Schale, die Aromastoffe sind dann viel besser im Fleisch erhalten.
Wenn Du soviel Wasser übrig hast, dieses entweder weggießen oder, wie schon gemacht, als Schütt/Einweichwasser für Kürbisbrot verwenden. Deshalb sollte Kürbis immer ohne Deckel gedünstet werden, damit schon da Wasser entweichen kann. Wir bevorzugen allerdings Gare durch Backen, der Ofen ist am Backtag schon heiß (und ich muß nicht neben dem Herd stehen). Beim Backen entwickeln sich außerdem mehr Geschmacksstoffe, Du kannst sie durch leichte Zuckerung vor dem Backen unterstützen, hier tritt eine Karamelisierung der Oberfläche ein.

Du hast jetzt dummerweise mit dem geschmacklich schwächsten angefangen, hat den Vorteil daß Du Dich nur noch steigern kannst. Der Unterschied zum Muskat ist gewaltig, Lichtjahre sind nicht untertrieben. Schon beim zerteilen geht für den Koch eine kleine Sonne auf, der Kürbis spricht zu ihm und sagt, ich bin der beste, mach was aus mir!
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Re: Backen mit Hokaidokürbis

Beitragvon Andreas2233 » Do 27. Sep 2012, 11:44

Hallo babsi,

vielen Dank für Deine ausfühliche Antwort!

Der Erste (Schweinefutter von nun an) taugt gegen den Hokkaido wirklich nichts!
Er ist wirklich sehr geschmacklos und hat auch keine Färbekraft.
Ich habe gerade zwei Brötchenteige damit hergestellt.
Einmal mit Weizenschrot und BIGA und einmal mit Weizensauerteig und Leinsamen. Somit sollten die Brötchen doch etwas Geschmack bekommen.

Doch zum Einkochen ist mir der Brei noch viel zu naß deshalb lasse ich ihn gerade auf dem Herd reduzieren.
Versuch macht kluch - die Sorte wird nicht mehr gekauft.

Den Muskatkürbis werde ich dann einlagern und vielleicht im November verarbeiten.

Mit dem kleinen weißen muss ich mir noch was einfallen lassen.
Leider kann ich viele Deiner Tipps nicht umsetzten. Alles scharfe/saure muss ich meiden. Mir brennt schon Mineralwasser auf der Zunge.
Vielleicht brate ich ihn einfach mit Bratkartoffeln zusammen...

Ein kleiner Teil von den Hokkaidos wird zur Suppe. Die würde meine Frau gerne probieren. Den Rest werde ich wohl auch einkochen.

Wenn ich heute mit dem Backen durch bin dürfte ich 50 bis 60 Brötchen haben.
Da meine Frau noch ein Frühstück auf der Arbeit spendieren möchte werde ich sicher bald wieder die Vorräte auffüllen können.
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