Ich hätte mal eine Frage: Warum Leinöl? Hat das nicht Eigengeschmack? Und wird Nussöl nicht besonders schnell ranzig?
Ich rolle auf der Silikonmatte aus, klappt gut, mit minimal Instandmehl. Meine Arbeitsplatte ist aus Fussbodenplatten, die sind matt und etwas rauh. Dafür kann man alles drauf abstellen, Töpfe, Bleche, Auflaufformen und sie ist auch nach über zehn Jahren noch schön weiß und ohne einen Kratzer.
Oliven, Sonnenblumen und Rapsöl kann ranzig werden.
Gruß Werner
Einschlägig bekannt ist, das Leinöl schnell ranzig wird. Auch Nussöle werden ranzig, habe genug davon entsorgt. Einfach raffineriertes Rapsöl nehmen. Wer gerne es mit teurem Öl einreibt der nimmt jap. Camelienöl, wie es auch für die jap. Messer verwendet wird.
Ich verwende für mein Brett Rapsöl oder Reisöl, je nachdem was ich zuerst erwische,
Leinöl oder Walnussöl (Haselnuss weiß ich nicht) deshalb, weil sie zu den wenigen härtenden Ölen gehören, das heißt sie härten unter Licht- und Lufteinfluss aus. Außerdem kann man sie in Lebensmittelqualität und ohne Zusatz von Sikkativen (chemische Trocknungsbeschleuniger, die oft den Holzölen für den Möbelbau zugesetzt sind) in jedem Lebensmittelmarkt kaufen. Wenn sie beim einölen nicht ranzig waren, werden sie es nach dem Aushärten auch nicht mehr und Eigengeschmack geben sie dann auch nicht mehr ab. Wobei alle Öle, wenn man sie nicht übermäßig verwendet, schnell ins Holz einziehen und es da meiner Meinung nach zu keiner Übertragung des Eigengeschmacks kommt.
Ein bisschen langatmig, aber informativ zum Ölen von Holz ist dieses Video.
Meine Arbeitsplatte ist aus Buche und ich lasse sie immer mal wieder mit Leinöl ein (Lebensmittelqualität, um eben die erwähnten Sikkative zu vermeiden). Da das Leinöl innerhalb kurzer Zeit aushärtet, geht das einwandfrei. Nach jedem neuen Ölen muß man halt mal 2 Tage lang nichts draufstellen, aber dann sieht die Fläche auch wieder super aus. Mir kommt keine Platte mit Plastikbeschichtung mehr ins Haus. Auf meiner habe ich mal aus Versehen eine heiße Pfanne abgestellt und einen schwarzen Fleck produziert. Eine melaminbeschichtete Arbeitsplatte wäre hin gewesen. Die Holzplatte habe ich nur abgeschliffen, neu mit Leinöl eingelassen und alles war gut. Man sah und sieht nichts mehr davon.
Granit könnte ich mir noch vorstellen, gerade für's Teigkneten. Da frage ich mich immer, ob darauf die Handknetmethoden besser funktionieren als auf Holz. Wenn ich versuche, nach dem Bertinet-Filmchen Teig per Hand zu kneten, klebt das wie Hulle an der Platte und ich komme gar nicht in das Stadium wie im Film, daß man einmal mit dem Schaber die Reste löst und den Kram dann wieder draufknallt, so daß es mal irgendwann nicht mehr kleben könnte...
Danke, Antje, sehr informativ, der Film muss aber bis heute Abend warten.
Wolfgang, wenn der Film nix anderes bringt, nehme ich dann mal Rapsöl. Ehrlich, mir würde das Herz bluten, wenn ich mein schönes teures Walnussöl auf das Riesenbackbrett schmieren würde.
Sehr gut, Birgit, dass Du das Video eingestellt hast . Ich wollte eben erwähnen, dass mancher Brand in Schreinerein auf solche zusammengeknüllten Tüchern beruht.
melde mich mal kurz und gebe meinen Kenntnisstand weiter.
1) bei der Verwendung von nicht härtenden Ölen bleiben diese im inneren vom Holz für die gesamte Lebensdauer weich und Flüssig. Dadurch besteht auf längere Zeit ein Risiko das diese ranzig werden. Tragen sich schnell in den Oberflächenschichten ab. 2) Härtende Öle wie Lein oder Nussöl härter durch Licht und Sauerstoff aus, dadurch sind sie wesentlich haltbarer auf Holz als sonstige Öle, Dies verhalten sich wie die guten alten Ölfarben welche ja durch langes kochen von Leinöl hergestellt wird (Leinölfirnis). Aus diesem Grund stand ja nicht umsonst in jeder alten Schreinerei die Leinölbüchse das ganze Jahr auf dem Werkstattofen zum kochen von Firnis.
Leinölfirnis bekommt man günstig im Farbenladen, Baumarkt oder Künstlerbedarf (Ölgemälde) jedoch sollte man diesen 1:1 mit Orangenöl verdünnen, damit er besser in das Holz einzieht. (Grundierung) Leinölfirnis bekommt man mit und ohne Aushärtungsbeschleuniger auch in BIO Qualität.
Beim einlassen mit nicht härtenden Ölen saugen sich die Holzfasern mit Öl voll und werden weich und schwammig ähnlich wie bei nassem Holz. Bei härtenden Ölen wird jedoch das Öl hart und fest, gleichzeitig werden die Holzfasern untereinander verklebt und gehärtet. Ein eindringen von Fertigkeit wird somit verhindert und die Holzhärte seigt an.
Wir haben eine Treppe aus massiver Eiche, die wurde mit verdünnter Leinölfirnis grundiert und dann geölt. Das Holz ist total hart, man sieht wirklich fast keine Gebrauchsspuren nach jetzt 10 Jahren. Meine gesamten Küchengeräte mit Holz werden mit Leinöl eingelassen - Kochlöffel, Bretter, Stiel vom Danish Dough Whisk usw.
Zuletzt geändert von littlefrog am Mi 29. Jun 2016, 17:26, insgesamt 1-mal geändert.
Ich würde das Brett einfach mit Waschsoda und heißem Wasser gut abschrubben, GUT trocknen lassen. Wichtig ist bei Leinöl auch, daß es UV-Licht bekommt zum aushärten!