Re: Weizenbrötchen wie vom Bäcker
von Külles » Do 10. Nov 2011, 17:49
Hallo Björn,
in der Medienwelt ist eine schlechte Nachricht eine gute Nachricht, weil man damit im Gespräch ist.
In der Lebensmittel-Industrie sind mir Firmen bekannt die nur einmal "Panorama" die Tür geöffnet haben und die Produktion ohne Einschränkung gezeigt haben, der anschließend Bericht im TV war dann alles andere wie eine faire Berichterstattung und riß Dinge vollkommen aus dem Zusammenhang, so etwas spricht sich herum und jetzt wundert man sich bei "Panorama", das alle Türen verschlossen bleiben, vielen wird noch die Fa. Birkel in Erinnerung sein, Birkel wurde eine falsche Berichterstattung fast in den Ruin getrieben und mußte verkaufen.
Den letzten Bericht des NDR habe ich ebenfalls gesehen und anschließend einen dicken Hals gehabt, da wurde alles in einem Sack gesteckt und drauf gehauen.
Für einen Handwerksbäcker ist die eigene Brötchen- und Brotproduktion lebenswichtig, wie will er sich sonst von den Mitbewerbern unterscheiden?, der Deckungsbeitrag für das Unternehmen wird mit der eigenen Herstellung verdient, auf TK-Teiglingsware wird meist auf Laugengebäcken und Croissants zurückgegriffen, das ist arbeitsaufwendig und macht Sinn.
Wir brauchen uns nur einen Verbrauchermarkt auf der grünen Wiese ansehen, da ist in der Vorkassenzone meist ein Handwerkbäcker, den man als Aushängeschild für die Bäckerfrische braucht, dann findet man im Markt "Aus unserer Hausbäckerei" eine Fläche mit Stikken- und Ladenbacköfen, SB-Regale mit der "ofenfrischen" Ware, TK-Zellen aber keinen Handwerksbäcker , die Ware wird mehr oder weniger gut von Hilfskräften aufgebacken, daß ganze zu Discount-Preisen, das verstehen diese Betreiber unter Partnerschaft, der Bäcker in der Vorkassezone steht im Regen und kann froh sein wenn er seine horrenden Kosten für diesen Markt noch decken kann, zumal der Bäcker verpflichtet ist 1 - 2 Stunden vor Marktschluß volle Brotregale zu haben, sonst ist er sehr schnell wieder draußen, dann brauchen wir uns auch nicht zu wundern, daß 50 % der Lebensmittel heute vernichtet werden, für mich ein Skandal ohne gleichen.
Vakuum-Öfen sind für den Handwerksbäcker zu aufwendig und Teuer, für geringe Stückzahlen nicht sinnvoll.
In Vakuum-Öfen bzw Zellen wird die Ofenheiße Backware meist nach halber Backzeit gekühlt, d.h das Vakuum entzieht den Gebäcken die Wärme innerhalb von ca 3 Minuten, danach kann die Ware verpackt werden, wir finden dann Mehrkorn- Brötchen und Baquette usw in verschiedenenAusführungen als Halbgebackene im Lebensmittel-Einzelhandel oder beim Dicounter als Regalware.
Wo die preiswerten Brote, meist aus Osteuropa landen, kann sich jeder Denken.
Gruß
Külles