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Weizenbrötchen wie vom Bäcker

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Weizenbrötchen wie vom Bäcker

Beitragvon mppepe502 » Do 10. Nov 2011, 13:57

Moin Backfreunde,

ich habe hier schon eine Menge Rezepte ausprobiert und bin mit den Ergebnissen auch immer sehr zufrieden.
Ich habe interessehalber jedoch eine Frage:
Die normalen Weizenbrötchen die man vom Bäcker kennt (rund, groß, luftig und außen schön kross).
Ich glaube nicht, dass die gewerblichen Bäcker so viel Zeit haben, den Teig Ewigkeiten gehen zu lassen, oder mehrmals hintereinander mit zeitlichen Abständen stretch & fold zu machen oder oder oder...
Interessehalbe wollte ich einfach mal wissen wie die gewerblichen so was machen.
Mein absoluter Favorit ist bislang das Rezept von Ketex (Schnelle Brötchen) aus seinem Blog.
Das geht schnell und die Brötchen sind absolut der Knaller...

Danke und Gruß
Matthias
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Re: Weizenbrötchen wie vom Bäcker

Beitragvon Greeny » Do 10. Nov 2011, 14:42

Moin moin

Aber Matthias, wir wollen doch gar nicht die Bäckerbrötchen.
Unser Ziel ist es doch Brötchen zu backen die Geschmack haben und satt machen.
Bei den meisten Schnellbäckerbrötchen ist das doch nicht mehr der Fall.
Wenn Du Deine Brötchen größer haben möchtest musst Du mehr Teigeinwaage nehmen.
Allerdings bist Du dann sicher auch schon nach einem Brötchen statt weil Du die Teigmenge von 3 Bäckerbrötchen verschlungen hast.

Ich kann Dein Anliegen allerdings gut nachvollziehen, aber es ist nicht unser Ziel. :ich weiß nichts
Ohne chemische Kampfstoffe werden Dir die "Luftbrötchen" nicht gelingen.

Ich hoffe Du verstehst wie ich das meine.
Bis dann
Thomas


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Re: Weizenbrötchen wie vom Bäcker

Beitragvon mppepe502 » Do 10. Nov 2011, 15:04

Moin Greeny,

Danke für deine schnelle Antwort.
Geschmacklich hast du natürlich Recht! Da ich nächstes Jahr aber in die USA ziehen werde und dort sehr viele Menschen diese Luftbomben haben wollen, habe ich mir überlegt mein kleines Hobby etwas auszubauen und das eine oder andere "Bäckerbrötchen" anzubieten...
Nix großes, aber so zum Spaß für etwas Taschengeld ;-)
Der zweite Punkt ist einfach, dass ich es gern wissen möchte. Mein Motto ist: Haben ist besser als Brauchen...
Und wissen wie es geht finde ich schon mal gut ;-)

Mir hat auch mal ein Bäcker erzählt, dass er "Backmittel" (Beschreibung unten) verwendet.
Damit kommen die Brötchen natürlich auch sehr schön. Und Chemie ist ja nicht gleich Chemie.
Der Hefeprozess ist ja auch ein chemischer Vorgang ;-) Aber ein natürlicher. Nix anderes - nur viel stärker - macht das Backmittel auch...

Gruß
Matthias

Backmittel: Gerstenmalzextrakt, Zucker, Guarkernmehl, Traubenzucker, Sojamehl, Emulgator (E471), geröstetes Malzmehl (Gerste, Weizen), Säureregulator, Ascorbinsäure, Enzyme
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Re: Weizenbrötchen wie vom Bäcker

Beitragvon BrotDoc » Do 10. Nov 2011, 15:49

mppepe502 hat geschrieben:Backmittel: Gerstenmalzextrakt, Zucker, Guarkernmehl, Traubenzucker, Sojamehl, Emulgator (E471), geröstetes Malzmehl (Gerste, Weizen), Säureregulator, Ascorbinsäure, Enzyme


Hallo,
das ist aber nicht alles. Mit diesem Backmittel, das man zum Beispiel hier bekommt, bekommt man zwar eine etwas mehr gelockerte Krume, aber keine Luftbomben und auch keine so dünne, splitternd-knusprige Kruste. Die damit gebackenen Brötchen werden schön gelockert, haben aber immer noch Substanz.
Bei den Brötchen vom Bäcker (vor allem bei jenen, die Fertigteiglinge aufbacken) kommt meines Wissens noch "echte Chemie" rein, die die extreme Teiglockerung bei niedriger TA ermöglicht und auch extrem kurze Garezeiten. Ich finde gerade nicht die genauen Namen der Zusatzstoffe.
Das sieht man schon am Gewicht. So ein Bäckerbrötchen wiegt ca. 50 g und ist größer, als wir es mit 90g-Teiglingen je hinbekommen.
Was mit diesen Backmitteln möglich ist, kann man z.B. hier lesen. Direkte Teigführung, vom Kneten bis zum fertigen Brötchen in etwas mehr als 1 Stunde... :lala

Grüße,
Björn
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Björn
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Re: Weizenbrötchen wie vom Bäcker

Beitragvon Little Muffin » Do 10. Nov 2011, 16:02

90g ...die reichen bei mir nicht, wenn ich schöne Brötchen backen möchte, in guter Größe tendiere ich so zwischen 96 und 110g.

Typische Bäckerbrötchen habe ich gut 15 Jahre lang keine mehr gekauft, diese komischen Dinger....
Liebe Grüße, Daniela
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Re: Weizenbrötchen wie vom Bäcker

Beitragvon mppepe502 » Do 10. Nov 2011, 16:10

hollens hat geschrieben:
mppepe502 hat geschrieben:Backmittel: Gerstenmalzextrakt, Zucker, Guarkernmehl, Traubenzucker, Sojamehl, Emulgator (E471), geröstetes Malzmehl (Gerste, Weizen), Säureregulator, Ascorbinsäure, Enzyme


Hallo,
das ist aber nicht alles. Mit diesem Backmittel, das man zum Beispiel hier bekommt, bekommt man zwar eine etwas mehr gelockerte Krume, aber keine Luftbomben und auch keine so dünne, splitternd-knusprige Kruste. Die damit gebackenen Brötchen werden schön gelockert, haben aber immer noch Substanz.
Bei den Brötchen vom Bäcker (vor allem bei jenen, die Fertigteiglinge aufbacken) kommt meines Wissens noch "echte Chemie" rein, die die extreme Teiglockerung bei niedriger TA ermöglicht und auch extrem kurze Garezeiten. Ich finde gerade nicht die genauen Namen der Zusatzstoffe.
Das sieht man schon am Gewicht. So ein Bäckerbrötchen wiegt ca. 50 g und ist größer, als wir es mit 90g-Teiglingen je hinbekommen.
Was mit diesen Backmitteln möglich ist, kann man z.B. hier lesen. Direkte Teigführung, vom Kneten bis zum fertigen Brötchen in etwas mehr als 1 Stunde... :lala

Grüße,
Björn


Hi,
genau dort habe ich das backmittel auch gekauft...
Ich wusste nicht, dass noch etwas anderes als "Backmittel" verwendet wird. Ich dachte eher, das liegt an den Speziellen Backöfen (Vakuum usw...)

Gruß
Matthias
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Re: Weizenbrötchen wie vom Bäcker

Beitragvon Külles » Do 10. Nov 2011, 16:14

Hallo Björn,

jetzt muß ich eine Lanze für die Handwerksbäcker brechen, ich kenne keinen Handwerksbäcker der Fertigteiglinge aufbackt (wofür hat er denn sonst seine Produktion???), wenn der z.B. in seiner Ladenbäckerei Brötchen backt, dann sind es Teiglinge die aus der eigener Produktion kommen, die den Vorteil haben Ofenfrisch über die Ladentheke zu gehen, sie werden mit wenig Hefe produziert damit sie lange Gärstabil sind, bringen aber deutlich mehr Geschmack und Aroma mit, diese Bäcker erkennt man sehr leicht, da stehen die Teiglinge meist sichtbar auf Gare, das Teiglingsgewicht liegt meist zwischen 65 - 70 g.
Brötchen backen in einer Stunde das hat noch nie funkioniert, zur Zeiten der Hochleistungskneter (Teigmixer) war das Minimum 90 Minuten für Schrippen, da wechselten die Kunden in Scharen zum Toastbrot, weil keiner mehr diese Käse- oder Wurstunterlage mehr wollte, man stellte sich sehr schnell auf die Spiralkneter um (die die Mixer ablösten), mit Hefemengen von 2 - 3 %, man benötig jetzt 3 - 4 Stunden, über Gärautomaten 12 - 16 Stunden.
Die aufgewärmten , halbgebackenen Brötchen bekommt man in Billigbackshobs oder bei einigen Discountern.

Viele Grüße

Külles
Zuletzt geändert von Külles am Do 10. Nov 2011, 16:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Weizenbrötchen wie vom Bäcker

Beitragvon Katinka » Do 10. Nov 2011, 16:16

Habe mir neulich von Teetraeume mal das "Brötchenbackmittel von Rösch"mitbestellt. Noch nie mit solchen Mitteln gearbeitet. Wollte endlich mal den Unterschied wissen. Es ist ganau wie Björn schreibt. Krume etwas lockerer, aber nicht so gross und luftig wie die Bäckerbrötchen. Hergestellt nach dem Rezept, welches man bei Teetraeume ausdrucken kann.

Sie haben nicht geschmeckt. Zu hefig. Ok, lag wohl an dem Rezept. War ein bißchen überrascht, selbst dieses Backmittel brachte mir keine Bäckerbrötchen. Demzufolge muss noch sehr viel mehr an Zutaten zugegeben werden. :idea:
Hier sind sie, hätte sie jetzt nicht gezeigt, weil ich für diese Brötchen keine Werbung machen wollte, weil aber das Thema gerade passt, zeige ich sie doch. Liessen sich auch nicht gut einschneiden. Also Backmittel entsorgen ;)

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Re: Weizenbrötchen wie vom Bäcker

Beitragvon BrotDoc » Do 10. Nov 2011, 16:26

Hallo Külles,
danke für Deine Erläuterungen. Ich will keine Vorurteile schüren aber ist das wirklich so, daß die Verwendung vorgefertigter Teiglinge aus der Fabrik sich rein auf Discounter und Billig-Backshops beschränkt?
Unlängst lief im Fernsehen ein sehenswerter Bericht darüber, daß auch so manche Handwerks-Bäcker sich inzwischen mit tiefgefrorenen Broten und Brötchen aus der Fabrik beliefern lassen, diese LKW sind nicht beschriftet und kommen zu nachtschlafener Tageszeit. Ich fand das sehr erschreckend. Zumal mir das auch bei unserer Bäckerei vor ein paar Jahren auffiel.
Die Backzeit hatte ich aus den Rezeptangaben im Link abgeleitet, danke für die Erläuterungen.
Was geschieht denn in Vakuum-Öfen?
Grüße,
Björn
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Re: Weizenbrötchen wie vom Bäcker

Beitragvon Külles » Do 10. Nov 2011, 17:49

Hallo Björn,

in der Medienwelt ist eine schlechte Nachricht eine gute Nachricht, weil man damit im Gespräch ist.
In der Lebensmittel-Industrie sind mir Firmen bekannt die nur einmal "Panorama" die Tür geöffnet haben und die Produktion ohne Einschränkung gezeigt haben, der anschließend Bericht im TV war dann alles andere wie eine faire Berichterstattung und riß Dinge vollkommen aus dem Zusammenhang, so etwas spricht sich herum und jetzt wundert man sich bei "Panorama", das alle Türen verschlossen bleiben, vielen wird noch die Fa. Birkel in Erinnerung sein, Birkel wurde eine falsche Berichterstattung fast in den Ruin getrieben und mußte verkaufen.
Den letzten Bericht des NDR habe ich ebenfalls gesehen und anschließend einen dicken Hals gehabt, da wurde alles in einem Sack gesteckt und drauf gehauen.
Für einen Handwerksbäcker ist die eigene Brötchen- und Brotproduktion lebenswichtig, wie will er sich sonst von den Mitbewerbern unterscheiden?, der Deckungsbeitrag für das Unternehmen wird mit der eigenen Herstellung verdient, auf TK-Teiglingsware wird meist auf Laugengebäcken und Croissants zurückgegriffen, das ist arbeitsaufwendig und macht Sinn.
Wir brauchen uns nur einen Verbrauchermarkt auf der grünen Wiese ansehen, da ist in der Vorkassenzone meist ein Handwerkbäcker, den man als Aushängeschild für die Bäckerfrische braucht, dann findet man im Markt "Aus unserer Hausbäckerei" eine Fläche mit Stikken- und Ladenbacköfen, SB-Regale mit der "ofenfrischen" Ware, TK-Zellen aber keinen Handwerksbäcker , die Ware wird mehr oder weniger gut von Hilfskräften aufgebacken, daß ganze zu Discount-Preisen, das verstehen diese Betreiber unter Partnerschaft, der Bäcker in der Vorkassezone steht im Regen und kann froh sein wenn er seine horrenden Kosten für diesen Markt noch decken kann, zumal der Bäcker verpflichtet ist 1 - 2 Stunden vor Marktschluß volle Brotregale zu haben, sonst ist er sehr schnell wieder draußen, dann brauchen wir uns auch nicht zu wundern, daß 50 % der Lebensmittel heute vernichtet werden, für mich ein Skandal ohne gleichen.
Vakuum-Öfen sind für den Handwerksbäcker zu aufwendig und Teuer, für geringe Stückzahlen nicht sinnvoll.
In Vakuum-Öfen bzw Zellen wird die Ofenheiße Backware meist nach halber Backzeit gekühlt, d.h das Vakuum entzieht den Gebäcken die Wärme innerhalb von ca 3 Minuten, danach kann die Ware verpackt werden, wir finden dann Mehrkorn- Brötchen und Baquette usw in verschiedenenAusführungen als Halbgebackene im Lebensmittel-Einzelhandel oder beim Dicounter als Regalware.
Wo die preiswerten Brote, meist aus Osteuropa landen, kann sich jeder Denken.
Gruß

Külles
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